Trigonale

Artistic advisors

Veronika Skuplik

Details öffnen

geb. 1964, erlernte seit dem 9. Lebensjahr ihr Wunschinstrument Violine. Daneben war das Chorsingen in ihrer Jugend eine musikalisch prägende Erfahrung. Studienorte waren die Folkwang Hochschule Essen und die Akademie für Alte Musik (jetzt Hochschule für Künste) Bremen, an der sie 1991 ihr Diplom mit dem Hauptfach Barockvioline (Prof. Thomas Albert) absolvierte. Einige Semester studierte sie Germanistik, Musikwissenschaften und Pädagogik an der Westfälischen Wilhelms Universität Münster. Die heute international gefragte Geigerin spielt vornehmlich in solistisch besetzten Ensembles wie Concerto Palatino, Tragicomedia, l'Arpeggiata und Cantus Cölln. Sie tritt als Konzertmeisterin von la Stravaganza Köln, Les Favorites, Hassler Consort in Erscheinung, sowie bei ihrem Ensemble la dolcezza, das soeben Ricercare von Battiferri, einem Zeitgenossen Frescobaldis, für den ORF einspielte. Tourneen und Aufnahmen führten Veronika Skuplik durch ganz Europa, Israel und in die USA. Sie unterrichtete an der Universität Oldenburg, leitete Meisterkurse und Orchesterprojekte an den Musikhochschulen von Utrecht (Niederlande) und Malmö (Schweden), sowie in Madison und Oberlin (USA). Im Frühjahr 1997 erhielt sie einen Lehrauftrag an der Hochschule für Künste Bremen. Zusätzlich übernahm sie dort bis Februar 2000 die Vertretung von Professor Albert. Einstudierung barocker und klassischer Werke mit "modernen" Orchestern unter aufführungspraktischen Aspekten fanden im Oldenburger Staatstheater und mit den Streichern des Osnabrücker Theaters statt. Ihre Diskografie umfasst ca. 40 CDs bei teldec, alpha, harmonia mundi france, carus und cpo u.a.. Für chrismon produzierte Veronika Skuplik mit ihrem Ensemble chelycus im Jahr 2008 eine CD zum Thema "Wie schön leuchtet der Morgenstern", die noch dieses Jahr erscheinen wird. Mit Movimento, einer Gruppe, die sie im Jahr 1992 mitbegründete, fanden im Januar Aufnahmen mit Hohe Lied-Vertonungen statt (Sänger: Nele Gramß und Harry van der Kamp). Eine ihrer Vorlieben gilt dem Repertoire des 17. Jahrhunderts, das durch die Nähe zum Gesang, Affektreichtum und Experimentierfreude geprägt ist. Die sprechende und singende Art ihres Musizierens findet bei Mitspielern, Publikum und Kritik immer wieder lobende Anerkennung.

Pressestimmen:
"Here Vivaldi's influence overwhelms Telemann's with violinsoloist Veronika Skuplik expertly negotiating the lively, boisterous expressive yet more subtle, passionate rendering of the inordinately slow central adagio." (classic today 2004)

"...et éloquent violon de Skuplik,..." (Goldberg 2004)

"Veronika Skuplik unterstrich auch in der affektsicheren Wiedergabe einer Sonate des Schmelzer-Zeitgenossen Philipp Friedrich Böddecker, daß sie (auch international) längst eine der besten Barockgeigerinnen ist: souverän setzt sie alle dynamische und spieltechnische Bandbreite ein, haucht hier ein sinnliches Vibrato über eine Phrase, handhabt virtuose Doppelgriffpassagen mühelos und läßt ihr Instrument so unmittelbar zum Hörer sprechen.....(Neue Westfälische Bielefeld 1997)

"...encore le violon lumineux, sensuel de Veronika Skuplik" (altamusica.com)"

"Veronika Skuplik glänzte mit expressiver Violinkunst." (Süddeutsche Zeitung 23.10.07)

"...wie in Ehrenrufs Sonata VI Violine und Theorbe mit explosiver Impulsivität begeisterten – rasch wechselten Stimmungen vom leisen Hauch zu gepfeffertem Temperamentsausbruch." (Kieler Nachrichten 20.6.06)

"..., but it is worth getting just for Suzie Le Blanc, with Veronika Skuplik (violin), singing the Plaint from The Fairy Queen, a superbly restrained and affecting performance! (Early music Review)

Robert Hollingworth

Details öffnen

Robert Hollingworth ist künstlerischer Leiter des von ihm 1986 gegründeten Ensembles I Fagiolini. Darüber hinaus führen ihn diverse Projekte auch zu anderen Ensembles, darunter die BBC Singers, Chor des Norddeutschen Rundfunks, Niederländischer Kammerchor und Irischer Kammerchor. Er erarbeitet mit Regisseuren innovative Produktionen, die es dem heutigen Publikum ermöglichen, tiefer in die Musik aus vergangenen Zeiten und anderen Kulturen einzudringen. Besonders bemerkenswerte Projekte waren Monteverdis Orfeo in einer Aufführung "unter Tage", die Choralphantasie Faust (Bach, Messiaen, Heppener, Schnittke, Cardoso) vor der Kulisse einer großen Amsterdamer Schiffswerft und eines aufgelassenen Bahnhofs, The Full Monteverdi (auch als Film) und die Klanginstallation Tallis in Wonderland (mit sechs Sängern und 100 Lautsprechern). Als Dirigent ist Robert Hollingworth u.a. mit dem BBC Concert Orchestra, Florilegium und der Academy of Ancient Music aufgetreten. Außerdem schreibt und präsentiert er Sendungen für BBC Radio 3 und hat in verschiedenen Filmen (darunter Quills) mitgewirkt. Quills – Macht der Besessenheit – ist ein US-amerikanischer Film des Regisseurs Philip Kaufman aus dem Jahre 2000. Die Produktion basiert auf dem gleichnamigen Bühnenstück von Doug Wright, der auch das Drehbuch schrieb. Der Film schildert die letzten Lebensjahre des Marquis de Sade in der Psychiatrischen Klinik Charenton in Charenton-Saint-Maurice. Geoffrey Rush spielt die Hauptrolle des Marquis, Joaquin Phoenix den Abbé , Michael Caine den Dr. Royer-Collard und Kate Winslet die Magd Madeleine LeClerc. Die Produktion wurde für Oscars in den Kategorien Bester Hauptdarsteller (Geoffrey Rush ), Bestes Szenenbild und Bestes Kostümdesign nominiert. Im Jahr 2000 gewann Quills die Auszeichnung des National Board of Review als Bester Film des Jahres.

Guido Morini

Details öffnen

1959 in Mailand geboren, machte Guido Morini seinem Studienabschluss in den Fächern Orgel und Cembalo mit besonderem Schwerpunkt auf Alte Musik, wobei er sich insbesondere der Praxis des Basso continuo und der Improvisation zuwandte. Im Rahmen seiner regen Konzerttätigkeit arbeitete er mit einigen der bedeutendsten Musiker Europas zusammen. Er wirkte in über siebzig Aufnahmen mit, von denen viele mit Preisen ausgezeichnet wurden und großes Echo in der internationalen Presse fanden. Für den österreichischen Rundfunk ORF machte er mit dem Ensemble Accordone exklusive Liveaufnahmen. Gemeinsam mit Marina Spreafico vom Teatro Arsenale di Milano führte Guido Morini einen Workshop über die Beziehung von Klang, Raum, Gestik und Instrument. Für Produktionen desselben Theaters komponierte er auch Musikstücke. Ebenso, wie ein Maestro di cappella der Vergangenheit sich nicht mit dem Aufführen von bestehenden Werken begnügte, begann Guido Morini für das Ensemble „maßgeschneiderte“ Werke im Stil der Zeit zu arrangieren und bearbeiten, bevor er sich zu freier Komposition weiter entwickelte und Konzerte, Oratorien und liturgische Musik schuf. In den beiden Projekten „Una Odissea“ (2002) auf der Grundlage von Texten von Marco Beasley und „Vivifice Spiritus Vitae Vis“ (2005), dem ersten Teil von „Servabo“ (einer der Heiligen Dreifaltigkeit gewidmeten Trilogie), nimmt Guido Morini die Herausforderung an, eine musikalische Formensprache zu entwickeln,die die Herzen des Publikums im 21. Jahrhundert zu berühren vermag.

„Ein umgänglicher Charakter, gute Vorbereitung und ein gewisses Maß an Glück haben dazu beigetragen, dass ich in der Konzertwelt einen Platz gefunden habe. Nach einer Periode harter Arbeit, in der ich mich hoch arbeitete, begann ich mit einigen namhaften Ensembles zusammen zu musizieren, was sich zweifellos gut ausnahm im Lebenslauf und förderlich für meine Karriere war, mich jedoch nie vollkommen zufrieden stellte. Ich wurde zunehmend von Unruhe erfasst und erreichte den Punkt, an dem ich meinen Beruf wechseln wollte. Doch wie so oft, wenn man den absoluten Tiefpunkt erreicht hat, eröffnete sich plötzlich ein Weg aus der Misere: Ich entdeckte das Theater und stürzte mich mit all der Begeisterung und Unvoreingenommenheit eines Anfängers ins Geschehen. Ich wollte Schauspieler werden und trat zu diesem Zwecke einer kleinen Schule mit großer Tradition bei. Dort verbrachte ich einige überaus intensive Jahre meines Lebens. Die musikalische Inspiration begann wieder zu fließen – ich begründete gemeinsam mit meinen Freunden Marco Beasley und Stefano Rocco ACCORDONE, ein Ensemble, in dem viele Ideen und große Energie umgesetzt werden. Gemeinsam überschreiten wir die Grenzen jener Aufführungspraxis, die von akademischer Seite abgesegnet sind.“

David Skinner

Details öffnen

David Skinner ist vor allem dafür bekannt, dass er Alte Musik sowohl theoretisch erforscht als auch als Musiker aufführt. Er ist Dozent und musikalischer Leiter am Sidney Sussex College in Cambridge und Lektor an der Fakultät für Musik, wo er historische und praktische Fächer aus dem Mittelalter und der Renaissance unterrichtet. Gemeinsam mit Andrew Carwood hat er 1989 The Cardinall’s Musick gegründet und leitet, zusätzlich zu seiner Arbeit mit Alamire, den Chor des Sidney Sussex College, mit dem er zahlreiche Tourneen absolviert und Aufnahmen eingespielt hat. Er hat zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten über Musik und Musiker der frühen Tudorzeit publiziert. Seine neuesten Publikationen beschäftigen sich mit den Gesamtwerken von Nicholas Ludford (frühe englische Kirchenmusik, 2003 und 2005) und dem Arundel Choirbook (Duke of Norfolk: Roxburghe Club, 2003). Derzeit arbeitet er an der geplanten Veröffentlichung der lateinischen Kirchenmusik von John Sheppard und als Mitautor an einem Buch über die Musik der englischen Reformation.

Konrad Junghänel

Details öffnen

KONRAD JUNGHÄNEL gehört zu den führenden Dirigenten der Alten Musik. Er begann seine internationale Karriere als Lautenist und arbeitete u. a. mit Les Arts Florissants, La Petite Bande, Musica Antiqua Köln und René Jacobs zusammen. Für seine Aufnahmen der gesamten Lautenwerke Johann Sebastian Bachs und von Solowerken Silvius Leopold Weiss' wurde er mit internationalen Preisen ausgezeichnet. Die Beschäftigung mit der vokalen Musik des Barock führte Junghänel 1987 zur Gründung des Cantus Cölln. Darüber hinaus ist er gefragter Gastdirigent vor allem bei Opernproduktionen mit Musik des Barock und der frühen Klassik.

Enrico Onofri

Details öffnen

Der Barockgeiger Enrico Onofri wurde 1967 in Ravenna geboren. Bereits während des Studiums verpflichtete ihn J. Savall als Konzertmeister von La Capella Reial. Seit 1987 ist er auch Konzertmeister und Solist von Il Giardino Armonico, außerdem arbeitet er regelmäßig mit Ensembles wie Concentus Musicus Wien, Ensemble Mosaiques und Concerto Italiano sowie mit Cecilia Bartoli. Enrico ist Gründer und Leiter des 2000 ins Leben gerufenen Ensembles Imaginarium, ab 2002 erfolgten auch immer wieder Einladungen als Dirigent zu internationalen Festspielen in Europa und Japan. Viele seiner Aufnahmen wurden mit internationalen Preisen ausgezeichnet. Er unterrichtet Barockvioline und Historische Aufführungspraxis am Conservatorio Bellini in Palermo, darüber hinaus gibt er regelmäßig Meisterkurse im In- und Ausland. Enrico Onofri ist auch Tutor des EUBO (European Union Baroque Orchestra).

Bjarte Eike

Details öffnen

Der norwegische Violinist Bjarte Eike zählt zu den führenden Musikern im Bereich der Alten Musik. Er studierte Violine an der Grieg-Akademie in Bergen und Barockvioline bei Richard Gwilt in London, wo er mit Bestnote (»Distinction«) abschloss. Bjarte arbeitet als frei schaffender Violinist und Konzertmeister in ganz Europa in Ensembles wie Concerto Copenhagen, Concerto Palatino, I Fagiolini, Dunedin Consort, Caecilia-Concert, Arte dei Suonatori, Altapunta sowie Bergen Barokk. Er lehrt Barockvioline an der Grieg-Akademie in Bergen und ist Gastdozent am Königlich Dänischen Musikkonservatorium.

Bjarte war "artist in residence" beim "Bergen international Festival" (2008) sowie beim "Nordwind Festival" in Berlin (2009). Weiters ist er Gründer und Leiter des international renomierten Ensembles "Barokksolistene".

Der norwegische Geiger Bjarte Eike bei "Shared Sounds" im Radialsystem. Martin Wilkening, Berliner Zeitung

Die Musik ist, wie das ganze Leben, voll von simplen Paradoxen: Eine Zunahme von Intensität ist oft durch abnehmende Lautstärke zu erreichen. Historische Ferne vermag in höchste emotionale Nähe umzuschlagen. Und, um ein Paradox anzusprechen, das einem jetzt beim Konzertbesuch im Radialsystem in den Sinn kommen konnte: Wohlmeinende und gern geförderte Veranstaltungen, die Grenzüberschreitung, Dialog, Begegnung der Musikkulturen oder "Shared Sounds" propagieren, sind doch nur Ableger eines in zahllose Milieus säuberlich aufgegliederten Musiklebens. Oft genug ist es so, dass die Klänge im wahrsten Sinn des Wortes geteilt bleiben, dass ein Nebeneinander nur durch leere musikalische Aktivität und Oberflächenreize irgendwie künstlich verklammert wird. Der Traum, den einst das West-Berliner Metamusik-Festival so farbenreich träumte, bleibt heute meistens blass. Seit drei Jahren gibt es die "Shared Sounds" im Radialsystem, und sie haben im Feld zwischen Alter Musik und Clubkultur schon einiges gewagt. Dass die diesjährige Ausgabe nur im Miniaturformat erscheinen konnte, ist eine typische Berliner Geschichte. Der Senat fördert mit Projektmitteln einmal, wenn es hoch kommt zweimal solche Initiativen, die dann in das Loch zwischen einstiger Projektförderung und kaum erreichbarer institutioneller Förderung fallen.

Einen Abend immerhin konnten die Veranstalter um Sophie Schricker als Doppelkonzert mit anderen Partnern stemmen. Da mit dem norwegischen Barockgeiger Bjarte Eike auch ein im letzten Jahr vom Geheimtipp zum Publikumsliebling aufgestiegener Musiker dabei war, war der Saal beim ersten Konzert überfüllt. Eike aber nutzt seine in der Historischen Aufführungspraxis eher raren Entertainer-Qualitäten zum Entzücken des Publikums auf kokett verdruckste Weise ziemlich schamlos aus. Was seinen kommunikativen Auftritt dann aber mit dem folgenden, geisterhaft selbstbezogenen Elektronik-Spektakel von Moritz Wolpert und der Gruppe Berliner Ring verbinden sollten, blieb ziemlich schleierhaft, vor allem in musikalischer Hinsicht.

Bjarte Eike und seine drei Mitspieler der "Barocksolistene" aus Oslo inszenieren ihren musikalischen Ausflug ins London des 17. Jahrhunderts als Trip in den Alltag einer bierseligen Tavernenkultur. "An Alehouse Session" bietet nicht nur Gelegenheit zum Sinnieren über eigene und historische Trinkgewohnheiten, seltsamste Bierzubereitungen und Trinkertypologien, sondern unter dem Tarnmantel der Kunst und historischen Aufführungspraxis auch die Möglichkeit, allerlei Unanständigkeiten zum besten geben zu können, wie in einem drastischen Kanon über die Zweckentfremdung von Mai-Butter an einem schönen Sommerabend zu zweit. Mühelos und spielerisch schlägt Bjarte Eike dabei den Bogen von solchen derben Späßen oder auch von Singübungen mit dem Publikum zu seiner feinen Geigenkunst, die sofort eine Perspektive über das Anekdotische hinaus öffnet in eine Musikerfahrung jenseits der historischen Distanz.

Auf dem Grenzgebiet zwischen volkstümlichen Kompositionen, vor allem Variations- und Tanzsätzen, Folklore und Improvisation bewegen sich Eicke und seine Musiker traumwandlerisch sicher, einfallsreich und voll virtuoser Präsenz. Aber auch wenn die beiden Geiger im Wettstreit um musikalische Rekorde spaßeshalber immer mal wieder die Sau raus lassen, wird schnell klar, dass der Gewinner nicht durch Geschwindigkeitsrekorde besticht. Unglaublich schön inmitten all der mutwilligen Exzesse sind gerade die Momente, wo Bjarte Eike ganz zurückgenommen seine Geige sprechen lässt, Artikulationen reinster Seelenlaute.