An Italian »Accademia« in London
Im 18. Jahrhundert fanden musikalische Aufführungen häufig unter der Bezeichnung »Accademia« statt. Die Programme dieser »Accademie« unterscheiden sich allerdings grundlegend von den Konzerten, wie wir sie heutzutage gewohnt sind: Die »Accademias« beinhalteten eine Zusammenstellung einzelner Sätze aus verschiedenen Werken, die mitunter stilistisch keinen Bezug zueinander hatten. Unter der Leitung von Enrico Onofri hören wir das Harmony of Nations Baroque Orchestra sowie die Solisten Maria Hinojosa Montenegro (Sopran) und Martin Oro (Countertenor) mit Werken von G.F. Händel, F. Geminiani u. a.
Harmony of Nations Baroque Orchestra Der Zufall führte sie zusammen, sie tourten 2004 als Barockorchester
der Europäischen Union (EUBO) und stellten am
Ende des gemeinsamen Jahres fest, dass sie einander und
der Welt noch mehr zu sagen hätten. Im Ensemble finden
sich Musikerinnen und Musiker aus den Ländern Deutschland,
England, Frankreich, Griechenland, Italien, Norwegen,
Österreich, Polen, Portugal, Schweden, Schweiz, Spanien,
Ungarn und Wales. Dem Sprachwirrwarr sind also keine
Grenzen gesetzt.
Bei ihren Konzerten, die sie in den vergangenen Jahren quer
durch Europa führten, überzeugten die Musiker das Publikum
nicht nur durch ihr harmonisches Zusammenspiel und
den homogenen und farbenreichen Klang, sondern auch –
und ganz besonders – durch die dem Orchester innewohnende
Wildheit und Vitalität.
Seine erste CD nahm das Orchester gemeinsam mit dem italienischen
Oboenvirtuosen Alfredo Bernardini auf und wurde
dafür mit dem Supersonic Award der Fachzeitschrift Pizzicato
(Luxemburg) ausgezeichnet.
Enrico Onofri Der Barockgeiger Enrico Onofri wurde 1967 in Ravenna
geboren. Bereits während des Studiums verpflichtete ihn
J. Savall als Konzertmeister von La Capella Reial. Seit 1987 ist
er auch Konzertmeister und Solist von
Il Giardino Armonico, außerdem arbeitet
er regelmäßig mit Ensembles wie
Concentus Musicus Wien, Ensemble
Mosaiques und Concerto Italiano sowie
mit Cecilia Bartoli.
Enrico ist Gründer und Leiter des 2000 ins Leben gerufenen
Ensembles Imaginarium, ab 2002 erfolgten auch immer wieder
Einladungen als Dirigent zu internationalen Festspielen
in Europa und Japan.
Viele seiner Aufnahmen wurden mit internationalen Preisen
ausgezeichnet. Er unterrichtet Barockvioline und Historische
Aufführungspraxis am Conservatorio Bellini in Palermo,
darüber hinaus gibt er regelmäßig Meisterkurse im In- und
Ausland. Enrico Onofri ist auch Tutor des EUBO (European
Union Baroque Orchestra).
www.enricoonofri.com
Maria HinojosaDie Sopranistin Maria Hinojosa wurde in Sabadell, Spanien,
geboren und graduierte mit Auszeichnung
an der School of Music of Catalonia
(ESMUC). Ihre ersten Bühnenerfahrungen
sammelte sie im Alter von 16 Jahren als
Hauptdarstellerin in mehr als 20 Zarzuelas.
»Zarzuela« ist die Bezeichnung für eine
typisch spanische Gattung des Musiktheaters, die einige
Ähnlichkeit mit der französischen »Opéra comique« oder
der Operette hat.
Neben ihrer Zusammenarbeit mit Ensembles wie Le Parlement
de Musique, Al Ayre Español, Des Honnestes Curieux, Elyma,
Concerto Italiano, Accademia Bizantina, Le Tendre Amour und
La Capella Mediterránea nahm sie auch zahlreiche Opern und
Zarzuelas für die Labels Harmonia Mundi und K 617 auf;
eine Aufnahme mit einer Auswahl von Werken des katalanischen
Komponisten Joan Guinjoan ist in Planung.
In folgenden Produktionen wird sie zukünftig zu hören sein:
El dúo de la Africana (Buenos Aires), die von L. Cunillés
Oper La Pajarera Catalana (Teatre Lliure, Barcelona), A.
Vivaldis Oratorium Juditha triumphans (Venedig, unter Ottavio
Dantone), W. A. Mozarts Don Giovanni (Oviedo), S.
Prokofievs The Gambler (Gran Teatre del Liceu, Barcelona),
H. Purcells Dido and Aeneas (Lausanne Opera) sowie V.
Martín y Soler Una cosa rara (Palau de les Arts, Valencia).
Martin Oro Martín Oro wurde in Buenos Aires, Argentinien, geboren
und stammt aus einer italienischen Musikerfamilie.
Der argentinisch-schweizerische Countertenor
machte seine ersten lyrischen Erfahrungen
als Mitglied im Kinderchor des Teatro Colón.
Parallel dazu widmete er sich dem Bratschenspiel,
das er bei Yuri Bashmet am Tschaikowsky-
Konservatorium in Moskau perfektionierte. Nach seiner Entscheidung für die Laufbahn als Sänger
schloss er seine Studien an den Schweizer Konservatorien in
Fribourg (Lehrdiplom), Neuchâtel (Solistendiplom) und in
Basel an der Schola Cantorum Basiliensis (Aufbaustudium)
mit höchsten Prädikaten ab. Zu seinen wichtigsten Lehrern
zählen René Jacobs, Richard Levitt, Marie-Françoise Schuwey
und Jeanne Roth.
Hochgeschätzt für seine warme, natürliche und kraftvolle
Altstimme, ist er in bedeutenden Musikzentren Europas, den
USA und Südamerikas aufgetreten. Er sang unter der Leitung
von Nikolaus Harnoncourt, Marc Minkowski, Rinaldo Alessandrini,
Alessandro de Marchi, Philippe Herreweghe, Christophe
Rousset, René Jacobs, Christophe Coin, Jordi Savall,
Helmuth Rilling, Wieland Kuijken, Gabriel Garrido, Eduardo
López-Banzo und anderen. Zu den Sängerinnen und Sängern,
mit denen Martín Oro zusammengearbeitet hat, gehören
Cecilia Bartoli, Emma Kirkby, Maria Bayo, Sara Mingardo
und Jennifer Larmore.
Zu den zahlreichen Opernpartien, die Martín Oro auf
Bühnen in aller Welt interpretiert hat, zählen Tolomeo,
Nireno und Giulio Cesare in Händel's Giulio Cesare in Egitto
(Opernhaus Zürich, Cité de la Musique Paris, Stadttheater
Bern), Anfinomo in Monteverdis Il Ritorno d'Ulisse in Patria
(Opernhaus Zürich), Ottone und Arnalta in L'Incoronazione
di Poppea (Teatro Liceo de Salamanca, Teatro Massimo di
Palermo, Teatro Avenida de Buenos Aires), Dardano in
Händels Amadigi (Teatro Olimpico di Roma), Dydimus in
Händels Theodora (Opéra de Montpellier), Joad in Händels Athalia (Teatro Colón de Buenos Aires), Grifone und Aristea
in Vivaldis Orlando Finto Pazzo und L'Olimpiade (Théatre
des Champs-Elysées Paris, Teatro Regio di Torino),
Fernando in Contis Don Chisciotte della Mancia (Teatro
Liceo de Salamanca), Emone in Traettas Antigona (Theater
Biel), Fedra in B. Marcellos Arianna (Theater Basel),
Oberon in Brittens A Midsummernight's Dream (Opéra de
Fribourg) sowie Orfeo in Glucks Orfeo ed Euridice (Teatro
Guaira, Curitiba, Brasilien).
Martín Oro ist als einer der international bedeutendsten
Countertenöre mit dem Premio Velluti in Italien ausgezeichnet
worden.
www.martinoro.ch
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