hero_finale

Tromba Ittalica – Krieg und Frieden
Die Rolle der Trompete in der italienischen Musik zwischen 1550 und 1680

Italien im 16. Jahrhundert. Ein Land, das in eine Vielzahl politischer Machtzentren gespalten ist und dadurch zu einem Spielball der großen europäischen Mächte (Spanien, Frankreich und das Habsburger Imperium) wird. Trotz oder gerade wegen dieser Umstände war es eine Zeit der Blüte von Kunst und Musik. Die italienischen Fürstentümer stehen in einem ständigen kulturellen Wettstreit zueinander, leisten sich Hofkapellen mit den besten Musikern ihrer Zeit und setzen dadurch eine Entwicklung in Gang, die letztlich dazu führt, dass Italien wie kein anderes Land die europäische Musikgeschichte des 16. und 17. Jahrhunderts prägt.

In Tromba Ittalica beleuchten wir nun eine Zeit des Umbruchs von der Spätrenaissance zum Frühbarock und widmen uns der Musik der mittel- und oberitalienischen Kulturzentren wie Venedig, Mantua, Florenz, Bologna und Spoleto sowie der Musik italienischer Komponisten am Wiener Kaiserhof, wobei wir der Rolle der Trompete besondere Beachtung schenken wollen.

Die Trompete als erstes Repräsentationsinstrument der Kaiser, Könige und Fürsten verdankte ihre Sonderstellung ihrer immensen militärischen Bedeutung: Kein Krieg konnte ohne Trompeter geführt, kein Hofstaat ohne ihre Mitwirkung sinnvoll organisiert werden. Im Gegensatz zu den Hofmusikern waren Trompeter und Pauker als Offiziere militärisch organisiert. Ihre hohe soziale Stellung, besondere Privilegien und ihre eigenen strengen Zunftregeln grenzten sie aber auch stark von anderen Musikern ab, was sich erst am Beginn des 17. Jahrhunderts mit dem Einzug der Trompete in die Kunstmusik ändern sollte. Die starken Gegensätze zwischen kriegerisch-kraftvollen militärischen Trompetenmusiken und den wunderbar sphärischen Klängen von Sängern, Streichern, Zinken und Posaunen – das eine steht für Krieg, das andere für Frieden – lösen sich nur zaghaft auf. Schlussendlich vollzieht die Trompete eine erstaunliche Wandlung vom schroff-lärmenden Ankünder und Signalgeber zu einem klar singenden und mit dem Klang der menschlichen Stimme korrespondierenden Instrument und wird mehr und mehr zur klanglichen Krönung in der Ensemblemusik – aber auch als Soloinstrument – eingesetzt.

Das Barocktrompeten Ensemble Berlin – mit seinen 4 Trompeten, 3 Posaunen, 2 Zinken, Pauken, Orgel, Cembalo und Theorbe ohnehin bereits groß besetzt – erfährt in diesem wahrhaft klanggewaltigen Abschlusskonzert der trigonale 2014 weitere Unterstützung durch ein Streicherensemble um die österreichische Geigerin Roswitha Dokalik sowie durch unsere Singers in Residence und das israelisch-schweizerische Vokalensemble Profeti della Quinta.

Barocktrompeten Ensemble Berlin

Streicher um Roswitha Dokalik

Singers in Residence
Elizabeth Dobbin – Sopran
Ida Aldrian – Alt
Jan Petryka – Tenor
Jonathan de la Paz Zaens – Bass

Profeti della Quinta
Doron Schleifer, David Feldman
– Canto
Dan Dunkelblum, Cory Knight – Tenor
Elam Rotem – Bass & Leitung
Ori Harmelin – Chitarrone

Johann Plietzsch – Leitung

Das Barocktrompeten Ensemble Berlin, von Johann Plietzsch 1990 gegründet, ist spezialisiert auf die Trompetenmusik aus der Zeit zwischen 1500 und 1800. Das Repertoire des Ensembles reicht von den frühesten überlieferten Aufzugs- und Festmusiken der höfischen Trompetergruppen über die Musik der Blütezeit der Clarinblaskunst in Europa bis zu den Trompetenpartien im Orchester der Klassik. Den Kern des Ensembles bilden vier Barocktrompeten und Pauken. Die Zusammenarbeit mit Sängern und weiteren Instrumentalisten erlaubt es, die reichhaltigen musikalischen Möglichkeiten der historischen Instrumente – von intimster Kammermusik bis zum vollklingenden höfischen Musikgepränge – in allen Facetten hörbar zu machen und so dem Zuhörer den Klangreichtum der Alten Musik näherzubringen. Das Barocktrompeten Ensemble Berlin arbeitete bisher bei Konzerten und Aufnahmen mit dem Bremer Barockorchester, Musica Alta Ripa Hannover, dem Sächsischen Barockorchester Leipzig, der Batzdorfer Hofkapelle, der Lautten Compagney Berlin und dem Barockorchester Consortium Sedinum Stettin zusammen. Das Ensemble nahm an den Berliner Bach-Tagen, an den Musikfestspielen Potsdam Sanssouci, den Händelfestspielen in Halle, den Musiksommerfestivals in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern, dem Musikfest auf Schloss Weikersheim und dem Hohenloher Kultursommer-Festival teil. Konzertreisen führten das Barocktrompeten Ensemble Berlin nach Österreich, Italien, Norwegen, Israel, Frankreich, Polen und in die Schweiz.   www.barocktrompeten-ensemble-berlin.de