G.F. Händel

Aci, Galatea e Polifemo (HWV 72)
Cantata a tre
Libretto:  Nicola Giuvo

Perrine Devillers – Sopran
Adriana di Paola – Alt
Thomas Stimmel – Bass
Ensemble in Residence
Lars Ulrik Mortensen – Cembalo & Leitung

Als G.F. Händel sich gerade mal 21-jährig im Jahr 1706 zu Studienzwecken und um die »italienische Schreibweise« kennenzulernen, auf eigene Kosten nach Italien aufmachte, konnte wohl niemand erahnen, welch weitreichende Folgen dieser beinahe vier Jahre währende Aufenthalt in südlichen Gefilden für das Leben und die musikalische Entwicklung des jungen Komponisten aus Sachsen haben würde, begründete er doch mit den dort entstandenen Werken seinen späteren Weltruhm.

Il Sassone, so pflegte man ihn in Italien zu nennen, pendelte zwischen Florenz, Rom, Neapel und Venedig, traf berühmte Kollegen wie Arcangelo Corelli, Antonio Lotti sowie Alessandro und Domenico Scarlatti und schuf in dieser Zeit nicht nur zwei Opern, Rodrigo (1707) und Agrippina (1709), sondern auch zwei Oratorien, sein berühmtes Dixit Dominus, zahlreiche Chorwerke und Solo-Kantaten.

Ebenfalls in diese Schaffensperiode fällt die Entstehung der Serenata a tre Aci, Galatea e Polifemo, nicht zu verwechseln mit der weitaus bekannteren Masque Acis & Galatea aus seiner Feder, die erst rund zehn Jahre später als Auftragswerk für den Earl of Carnarvon im Frühjahr 1718 das Licht der Musikwelt erblickte und keinerlei musikalische Gemeinsamkeiten mit Händels erster Vertonung dieses Stoffes aufweist.

Nun kurz zum Inhalt von Aci, Galatea e Polifemo, dieser dramatischen Kantate für Sopran, Alt und Bass: Das Libretto, geschrieben von Nicola Giuvo, folgt einer Erzählung aus dem 13. Buch von Ovids Metamorphosen, in der die Nymphe Galatea glücklich in den Schäfer Aci verliebt ist, doch auch der Zyklop Polifemo hofft auf die Gunst von Galatea und erschlägt im Wahn seiner Eifersucht den Widersacher Aci, worauf Galatea ihren Vater, den Meeresgott Nereus, bittet, den Leichnam des Geliebten in einen kühlen Bach zu verwandeln – auf dass sie diesen im Wasser wiederfände.

Die Idee dazu, erstmals ein abendfüllendes Werk an den Beginn der trigonale zu stellen, stammt von Lars Ulrik Mortensen, unter dessen Leitung wir das diesjährige Ensemble in Residence gemeinsam mit drei unserer wunderbaren Singers in Residence erleben.

Perrine Devillers aus der Normandie (Aci/Sopran) war bereits im vergangenen Jahr zu Gast und berührte zutiefst mit Musik aus dem 15. Jahrhundert. Die aufstrebende italienische Sängerin Adriana di Paola mit ihrem einzigartigen Timbre (Galatea/Alt) gastierte 2014 als Cornelia in Händels Giulio Cesare in Egitto am Stadttheater Klagenfurt, wo sie auch meine Aufmerksamkeit auf sich zog. Die Rolle des Polifemo stellt durch ihren enormen Stimmumfang eine besondere Herausforderung für den Sänger dar; es freut uns, dass wir dafür den herausragenden jungen deutschen Bass Thomas Stimmel gewinnen konnten.


Das gesamte Kapitel zu diesem Konzert – wie in unserem Reclam-Programmbuch 2017 abgedruckt – können Sie durch Klicken des Download-Buttons als PDF herunterladen.

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