Chromatic Tunes

Can doleful notes, to measured accents set,
Express unmeasured griefs which Time forget?
No, let chromatic tunes, harsh without ground,
Be sullen music for a tuneless heart. *

Die zu seiner Zeit gebräuchliche musikalische Sprache hielt der englische Komponist John Danyel (1564 – 1626) für ungeeignet, unermesslich tiefe Trauer zum Ausdruck zu bringen. Allein durch die Verwendung des kompositorischen Stilmittels der Chromatik – verbunden mit dem zeitweiligen Verlassen der Tonalität und dem damit einhergehenden Spannungsaufbau – schien ihm das möglich.

Die einfühlsame Mariana Flores mit ihrer nuancenreichen Stimme und Hopkinson Smith, »einzigartiger Poet der Laute«, bringen uns Werke von John Danyel (1564 – 1626), Thomas Morley (1557 – 1602) und John Dowland (1563 – 1626) zu Gehör.

*Aus: Can doleful notes, John Danyel, Book of Songs (1601)

Mariana Flores – Sopran
Hopkinson Smith – Laute

Die aus Argentinien stammende Sopranistin Mariana Flores begann ihre Ausbildung in ihrer Heimatstadt Mendoza und setzte später ihr Studium an der Schola Cantorum Basiliensis in Basel fort. In ihrer Arbeit widmet sich Mariana in besonderer Weise der Musik des 17. Jahrhunderts. Ihre Auftritte führten sie u.a. in das Rokokotheater Schwetzingen, in das Markgräfliche Theater Bayreuth, in das Grand Théâtre de Genève, in das Schlosstheater Sanssouci, in die Opéra Comique de Paris, in das Opern-Theater Perm in Russland sowie zu Festivals wie den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik und dem Festival d’Aix-en-Provence. Bisher sang sie unter der Leitung von Gabriel Garrido, Michael Form, Martin Gester, Andreas Stoehr, Christina Pluhar, Vincent Dumestre, Teodor Currentzis u.a. In Zusammenarbeit mit dem Cembalisten und Dirigenten Leonardo Garcia Alarcon und seinem Ensemble Cappella Mediterranea entstanden zahlreiche Aufnahmen. Besonders zu erwähnen sind die CDs Barbara Strozzi – Virtuosissima Compositrice sowie Il Diluvio Universale und Nabucco – beide mit Werken des sizilianischen Komponisten Michelangelo Falvetti. Ihre Begegnung mit Hopkinson Smith im Jahr 2012 mündete in einer Zusammenarbeit, die nicht nur das Repertoire, sondern auch die Interpretationsfähigkeit der Sopranistin deutlich bereichert hat.

Hopkinson Smith, 1946 in New York geboren, schloss sein Studium der Musikwissenschaft in Harvard 1972 mit Auszeichnung ab. Im nächsten Jahr kam er nach Europa, wo er bei Emilio Pujol in Katalonien und Eugen Dombois in der Schweiz studierte. Er wirkte bei zahlreichen Kammermusikprojekten mit und war unter anderem Mitbegründer des Ensembles Hesperion XX. Seit Mitte der 80er Jahre beschäftigt sich Hopkinson Smith fast ausschließlich mit dem Solo-Repertoire für alte Zupfinstrumente. Zeugnis davon gibt eine Reihe preisgekrönter Einspielungen für Astrée. Diese enthalten spanische Musik für Vihuela und Barockgitarre, französische Lautenmusik der Renaissance und des Barock, italienische Musik des frühen 17. Jahrhunderts sowie Musik des deutschen Hochbarock. Die Einspielung seiner Bearbeitungen der Violinsonaten und Partiten von Bach für Laute im Jahr 2000 fand in der Presse einhelliges Lob. Das Gramophone Magazine nannte die Aufnahme »von allen Instrumenten die beste Einspielung dieser Werke«. Später wurde seine Einspielung mit Werken für die Renaissance-Laute von Pierre Attaignant mit einem Diapason d´Or geehrt und von Le Monde als »superbe« bezeichnet. Eine Aufnahme mit Musik von John Dowland, die Anfang 2005 erschien, erhielt ebenfalls einen Diapason d’Or und wurde in einer Kritik in der New York Times als »wonderfully personal« bezeichnet. Eine Einspielung mit Werken aus der Welt des Francesco da Milano gewann im November 2009 den Diapason d’Or de l’Année (das französische Äquivalent zum Grammy Award) – der Kritik zufolge die erste Aufnahme, die dem Ansehen Francescos tatsächlich gerecht wurde. Hopkinson Smith gibt Konzerte und Meisterklassen in Osteuropa und Westeuropa, Nord- und Südamerika, Australien und Japan. Dabei kombiniert er mitunter den Lebensstil eines Eremiten mit dem eines Zigeuners. Im März 2007 gab er Konzerte und Workshops in Palestina unter der Schirmherrschaft der Barenboim-Said-Stiftung und dem Swiss Arts Council. 2010 ehrte ihn die italienischen Region Apulien als »Maestro dei maestri, massimo interprete delle musiche per liuto dell’antica Europa Mediterranea«. Er lehrt an der Schola Cantorum Basiliensis.    www.hopkinsonsmith.com

»Hopkinson Smith ist zweifellos der zurzeit beste Lautenist der Welt …« San Francisco Chronicle

»Der Lautenist Hopkinson Smith zählt zu den spektakulärsten Instrumentalisten der Gegenwart.« Der Standard, Wien

»Hopkinson Smith ist ein einzigartiger „Poet“ der Laute« Gramophone, London

»… ein herausragender Künstler unserer Zeit …« Répertoire, Paris