02 | Eröffnungskonzert

Guiseppe Tartini e la musica secondo natura

Donnerstag, 5. September | 19 Uhr
Rathaus St. Veit/Glan

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MARIE ROUQUIÉ – Violine
GAETANO NASILLO – Cello
MARCELLO GATTI – Traversflöte
ENRICO GATTI – Violine & Gesamteitung

ORCHESTRA NAZIONALE BAROCCA DEI CONSERVATORI ITALIANI
JOANNA PISZCZOROWICZ, GIULIA MANFREDINI, STEFANO FAVRETTO, DEBORAH TRAVAINI, MATTEO ANDERLINI, DAVIDE MEDAS, IRENE SIRIGU – Violine
CARMELO FALLEA, ERIKA LO MELE, VINCENZO BONO – Viola
DAVIDE GIROLIMETTO, ANNA SAKHAROVA – Cello
LUCIANO NANIA, MARCO CONTESSI – Kontrabass
CÉSAR NAVARRO, LUDOVICO ELIA – Barocktrompete
ANTONIO PATTI, BENEDETTO SPERA – Horn
DANIELA LOPEZ QUESADA – Cembalo
ADELA BARRETO RANGEL – Orgel
CARLO TOSATO – Pauken

Der Umstand, dass sich im kommenden Jahr der Todestag Giuseppe Tartinis zum 250. Mal jähren wird, sollte für uns nicht der einzige Grund sein, das Andenken an diesen Komponisten, Lehrer und Theoretiker hochzuhalten und ihm unser diesjähriges Eröffnungskonzert zu widmen. Enrico Gatti, einer der herausragendsten Barockgeiger unserer Zeit, ist Ideengeber und künstlerischer Leiter dieses einzigartigen Projektes, mit dem wir den Konzertreigen der trigonale 2019 ganz offiziell beginnen. Rund 25 der talentiertesten und eigens zu diesem Zweck ausgewählten Studentinnen und Studenten der renommiertesten italienischen Ausbildungsstätten für Alte Musik erarbeiten in den Räumlichkeiten der Carinthischen Musikakademie Knappenberg ein Programm aus Werken, die allesamt dem reichhaltigen Œuvre Tartinis entnommen sind. Dass die trigonale dabei nicht nur als Geburtshelfer fungieren und St. Veit der Ort der Premiere sein wird, sondern darüber hinaus dieses von uns mitgetragene Projekt in späterer Folge durch Europa touren wird, erfüllt uns mit Stolz und großer Freude.
Tartini war nicht nur einer der größten Geigenvirtuosen aller Zeiten, sondern im 18. Jahrhundert auch der größte Didakt auf diesem Instrument, und wenn er auch die gesamte damalige Musikwelt stilistisch beeinflusste, so wird sein Einfluss heute dennoch nicht ausreichend gewürdigt. Die Tartinische Ästhetik basiert auf der althergebrachten Grundlage des »guten Spielens« und sieht ihren Zweck einzig in der Nachahmung der als perfekt angesehenen menschlichen Stimme. Tartini konzipierte seine Musik folglich als Deklamation oder öfter noch als Poesie, in der sich die metrische Regelmäßigkeit und Einteilung zumeist in Versen und Strophen widerspiegelt.
In diesem Zusammenhang grundlegend erscheint der vom Komponisten an Francesco Algarotti (Kämmerer Friedrichs des Großen) gerichtete Satz: „Ich halte mich so viel ich kann an die Natur, so wenig wie möglich an die Kunst, kann doch diese nur jene imitieren.“ Es ist überaus wichtig, der jungen Musikergeneration, die unsere Forschung auf dem Gebiet der Alten Musik weiterführen wird, das Wissen um und unsere Begeisterung für diesen Komponisten zu vermitteln, der, im Gegensatz zu Vivaldi, nicht unter Zuhilfenahme von heute abgenutzten stilistischen Standards interpretiert werden kann, sondern behutsam entdeckt und verstanden werden will und muss. Die Musik Tartinis kann nicht nach unserem Gutdünken zurechtgebogen werden. Wir Musiker müssen uns ihr annähern, um so in ihre einzigartige Welt einzutauchen.
In diesem Geiste werden Enrico Gatti (Violine), Marie Rouquié (Violine), Gaetano Nasillo (Cello) und Marcello Gatti (Traversflöte) – allesamt Dozenten international renommierter Institutionen und leidenschaftliche Interpreten der Musik Tartinis – ihre Erfahrung an die jungen MusikerInnen des Barockorchesters der Italienischen Konservatorien weitergeben und gemeinsam ein Orchesterprojekt leiten, das ganz im Zeichen jener Konzerte steht, die der Maestro delle Nazioni (Meister der Nationen) zum Großteil für die Basilica di Sant’Antonio in Padova komponierte. Darüber hinaus werden auch intimere Kompositionen dargeboten. Zu hören sein wird beispielsweise eine jener Sonaten für Streichquartett, die für die damaligen Akademien entstanden, sowie ein Concerto Grosso, das Giulio Meneghini (Schüler und Nachfolger Tartinis an der Basilika) basierend auf einer Sonate aus op.1 des Meisters komponierte.
ÜBER DIE KÜNSTLER

Nachdem sie ihr musikalisches Leben in Perpignan (Frankreich) begann, spezialisierte sich Marie Rouquié bei Odile Édouard auf die Barockvioline und erlangte nach weiteren Studien ihren Masterabschluss als Schülerin von Enrico Gatti am Conservatoire Royal von Den Haag. Seither arbeitet sie im Bereich der Alten Musik und findet dort all die Vielfalt, die sie braucht, um vom ihr so wichtigen kreativen Geist erfüllt zu sein. Marie beteiligte sich an spezifischen Projekten wie Il Furibondo, einer Instrumentaloper, die auf Francesco Geminianis Arbeit mit L’Escadron Volant de la Reine basiert, und an der Produktion L’Estro Vivaldiano mit dem Ensemble Mensa Sonora. Weiters gab sie gemeinsam mit Federico Marri den ersten Katalog mit Werken von Pietro Nardini heraus (Pietro Nardini (1722-1793) da Livorno all’Europa, Diastema 2017). Marie unterrichtet Barockvioline an der Pôle Aliénor in Poitiers, Frankreich.

Nach seinen Studien des Violoncello am Konservatorium Giuseppe Verdi in Milano und der Accademia W. Stauffer in Cremona bei Rocco Filippini spielte Gaetano Nasillo, einer der renommiertesten Barockcellisten seiner Generation, zunächst mit bedeutenden Ensembles für zeitgenössische Musik und Orchestern in Milano. Hernach widmete er sich der historischen Aufführungspraxis und studierte auch Viola da gamba bei Paolo Pandolfo an der Schola Cantorum Basiliensis. Er spielt regelmäßig und weltweit als Solist mit Ensemble 415, Concerto Vocale, Zefiro, Le Concert des Nations, Ensemble Aurora u.a. und ist in einer Vielzahl von CD- und Rundfunkaufnahmen zu hören. Gaetano unterrichtet neben modernem auch noch barockes Cello am Conservatorio G. Cantelli in Novara, überdies gibt er auch regelmäßig Meisterkurse in Italien (Urbino), Spanien (Daroca) und Südamerika und ist immer wieder Jurymitglied bei internationalen Wettbewerben für barocke Instrumente, wie dem Premio Bonporti in Rovereto, dem Concours Corneille in Rouen u.a. Er spielt ein Cello von Giuseppe Ungarini aus dem Jahr 1750.
www.gaetanonasillo.com

Marcello Gatti wurde in Perugia (Italien) geboren und interessierte sich schon sehr früh für Querflöte und Alte Musik. Er erwarb 1986 das Querflöten-Diplom und vertiefte seine Studien von 1991 bis 1998 bei B. Kuijken in Den Haag, wo er das Solisten-Diplom mit Auszeichnung ablegte. Sein Repertoire  reicht von der Renaissancemusik über Barock und Klassik bis hin zur Romantik. Er arbeitet mit den namhaftesten Gruppen Europas zusammen, u.a. Le Concert de Nations, Amsterdam Baroque Orchestra, Cantus Cölln, Concerto Köln, Il Complesso Barocco und i Turchini, und konzertierte mit diesen weltweit. Als Solist tritt er regelmäßig mit den Ensembles Europa Galante, Accademia Bizantina und Zefiro auf, überdies spielt er mit seinem Bruder Enrico Gatti in dessen Ensemble Aurora und gibt häufig Solorecitals. Marcello wirkte an mehr als 50 Aufnahmen mit. Seit 1995 widmet er sich mit Leidenschaft dem Unterrichten und hält Meisterkurse. Seit 1998 unterrichtet er Traversflöte bei den Internationalen Sommerkursen für Alte Musik in Urbino (Italien), seit 2014 ist er Professor für Traversflöte an der Universität Mozarteum in Salzburg, wo er auch seit 2016 mit seiner Familie wohnt.                     www.marcellogatti.com

Enrico Gatti, geboren in Perugia, war der erste italienische Geiger, der sich ausschließlich der Barockvioline widmete und bei Chiara Banchini und Sigiswald Kuijken studierte. Er konzertierte weltweit mit Ensembles wie La Petite Bande, Ensemble 415, Concerto Palatino, Hesperion XX, Les Arts Florissants (als Leiter), Les Talens Lyriques, The Taverner Players, The King’s Consort, Ricercar Consort, Bach Collegium Japan, Concerto Köln, ARTEK (New York), De Nederlandse Bachvereniging und Les Muffatti (Brüssel) sowie unter Dirigenten wie Gustav Leonhardt und Ton Koopman. Enrico gründete 1986 das Ensemble Aurora, dem 1993 und 1998 der Antonio-Vivaldi-Preis zugesprochen wurde, überdies wurde dem Ensemble der Preis der Deutschen Schallplattenkritik und mehrfach der Diapason d’Or verliehen. Enrico ist Professor für Barockvioline am Königlichen Konservatorium von Den Haag und am Konservatorium von Bologna. Zur Zeit lebt er in Santarcangelo di Romagna.          www.enrico-gatti.com

Beim Orchestra Nazionale Barocca dei Conservatori Italiani handelt es sich um ein didaktisch-künstlerisches Projekt, das vom italienischen Ministerium für Unterricht, Universitäten und Forschung (Miur) und im Speziellen von der Generaldirektion für Studenten, Entwicklung und Internationalisierung der höheren Bildung unterstützt wird.
Der administrative und organisatorische Hauptsitz befindet sich am Konservatorium A. Scarlatti in Palermo. Die mitwirkenden MusikerInnen werden auf der Basis eigener Ranglisten für jedes Instrument (ca. 100 TeilnehmerInnen) ausgewählt. Das Orchester gab sein offizielles Debut 2016 in Palermo und führte seine Tätigkeit in Form von zahlreichen regelmäßigen Auftritten im Teatro Massimo in Palermo, beim Festival Internazionale in Urbino, am Teatro Dal Verme in Mailand, am Conservatorio Santa Cecilia in Rom sowie beim Festival dei Due Mondi in Spoleto unter der Leitung von Enrico Onofri, Vanni Moretto, Alessandro Quarta, Ignazio Maria Schifani sowie Antonio Florio fort.
Über 20 italienische Konservatorien wurden in die Aktivitäten des Orchesters eingebunden, mit dem beinahe gesamten Instrumentenspektrum, von den Streichern, über die Bläser bis hin zu den Perkussionsinstrumenten, gegebenenfalls wurden auch VokalsolistInnen und Chor hinzugezogen.
Die italienische Presse reagierte auf die bisherigen Projekte mit überaus positiven Kritiken.
»Ein fast perfektes Ensemble, das den Vergleich mit den renommierten Spezialistenensembles nicht zu scheuen braucht.« Mauro Mariani (Giornale della Musica) über das letzte Konzert im römischen Konservatorium Santa Cecilia.
Das bisher erarbeitete Repertoire umfasst weltliche und geistliche Barockmusik von bekannten und weniger bekannten Komponisten aus ganz Europa. In diesem Jahr wird die italienische Barockmusik im Mittelpunkt der Arbeit stehen, mit monografischen Konzerten zu den italienischen Komponisten Bonaventura Aliotti, Giuseppe Tartini und Francesco Gasparini.

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