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Für die »Flûte douce« …

WIEDERENTDECKTE KOSTBARKEITEN DEUTSCHER BAROCKKOMPONISTEN

Verloren geglaubte Barocksonaten von Komponisten wie Uhlichs, Schultzen, Dedry, Sieber und Telemann – changierend zwischen Stylus phantasticus voller Unberechenbarkeit, gelehrtem Kontrapunkt, italienischer Dolcezza (Süsse) und Sprezzatura (Leichtigkeit) und feuriger Virtuosität – bilden das Herzstück dieses Nachmittagskonzertes, in dem wir ein weiteres Mal ausserordentlich talentierten, aufstrebenden Musikern die Gelegenheit bieten, unser Publikum mit ihrer Kunst zu erfreuen. Stammen auch alle Werke aus der Feder von Komponisten, die annähernd zur selben Zeit in Deutschland wirkten, so findet sich in ihnen doch eine erstaunliche stilistische Diversität und eine reiche Palette von Affekten. Trotzdem blieben die meisten ihrer Stücke bis heute weitgehend unbeachtet. Zu Unrecht, so die Meinung der drei jungen Künstler dieses Nachmittags, die durchaus detektivischen Spürsinn gepaart mit ihrer musikalischen Kreativität aufbringen mussten, wenn es darum ging, vermeintlichen Fehlern oder Unklarheiten in alten Drucken auf den Grund zu gehen. So kam es beispielsweise vor, dass ein Zuwenig oder Zuviel an Druckerschwärze das Treffen einer Entscheidung forderte, wodurch die Werke der alten Meister ein Stück weit auch zur Musik unserer jungen Künstler wurden. Dies erklärt wohl auch, warum diese Kompositionen, die vor rund 300 Jahren entstanden sind, bis zum heutigen Tag nichts von ihrem Reiz verloren haben.

La Ninfea
Barbara Heindlmeier – Blockflöte
Christian Heim – Viola da gamba
Simon Linné – Erzlaute

Barbara Heindlmeier (Blockflöte) wuchs in Oberbayern auf und lebt heute in Bremen. In ihren Programmkonzepten versucht sie die intensiven Affekte der Musik des 17. und 18. Jahrhunderts aufzuspüren und sie für sich selbst und den Zuhörer nachempfindbar zu machen; die Schönheit im Detail zu entdecken und zu zeigen, liegt ihr dabei stets sehr am Herzen. Besonders wichtig ist ihr die Suche nach (Original-) Repertoire für die Blockflöte im Zuge von Bibliotheksrecherchen, die Pflege Alter Musik als auch die Zusammenarbeit mit zeitgenössischen Komponisten. Barbara studierte Blockflöte an der Universität Mozarteum Salzburg bei Carin van Heerden und Dorothee Oberlinger sowie an der Hochschule für Künste Bremen bei Han Tol. Bisher arbeitete sie mit Ensembles wie dem Rias Kammerchor, den Sirius Viols (Hille Perl) und dem Ensemble Weser-Renaissance (Manfred Cordes) zusammen, das Hauptaugenmerk ihres künstlerischen Schaffens gilt allerdings der Arbeit mit dem von ihr
mitbegründeten Ensemble La Ninfea.

Christian Heim (Viola da gamba) wuchs im Salzburger Pinzgau auf, wo er umgeben von uraltem Brauchtum schon sehr früh eine Faszination für das Leben der Menschen älterer Generationen entwickelte. Die Beschäftigung mit Alter Musik ist die Konsequenz daraus. Am Mozarteum Salzburg studierte er Blockflöte und Violoncello, letzteres führte ihn zur Viola da gamba und in der Folge zu einem Studium dieses Instrumentes an der Hochschule für Künste Bremen bei Hille Perl. Seitdem erstreckt sich seine künstlerische Tätigkeit auf alle Instrumente der Gambenfamilie und umfasst somit Solo-, Kammermusik- und Orchesterprojekte beispielsweise an der Oper Frankfurt, mit dem Ensemble Les Amis de Philippe, dem Orlando di Lasso Ensemble, dem Ensemble Weser- Renaissance und der Capella Thuringia. Zu den spannendsten Momenten zählt für ihn das Eintreffen einer Bestellung mit Noten unbekannter bzw. kaum beachteter Musik, von der man noch keine Vorstellung hat, wie sie klingen soll. Und dann – endlich! – darf sie gespielt werden.

Simon Linné (Erzlaute) verbrachte seine Kindheit in einem musikalischen Elternhaus auf dem Land in der Nähe von Stockholm (Schweden), wo er sowohl vom Heavy Metal als auch von klassischer Musik beeinflusst wurde. Die Natur ist für ihn bis heute eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration, Kreativität und Ehrfurcht. Simon studierte nach Abschluss seines Konzertgitarrenstudiums in Malmö bei Sven Åberg in Stockholm, bei Stephen Stubbs in Bremen und bei Nigel North in Den Haag. Besonders interessiert er sich für unbekanntes Repertoire seines Instruments. Im Frühjahr 2010 nahm er seine erste Solo-CD mit französischer Theorbenmusik auf. Neben seiner solistischen Tätigkeit ist er ein gefragter Continuospieler. Dies dokumentieren zahlreiche Rundfunk- und CD-Aufnahmen, u.a. mit dem Ensemble Weser-Renaissance, dem Orlando di Lasso Ensemble sowie den Ensembles L’Arpeggiata und Concerto Palatino. Seit Herbst 2006 unterrichtet er Laute und Generalbass an der Hochschule für Künste Bremen