11 | GEGENSAITIG

Virtuoses Doppelduell

Samstag, 14. September | 21:30 Uhr
Klosterkirche St. Veit/Glan

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URBAN STRINGS
TABEA HÖFER – Violinen
GEORG KALLWEIT – Violinen, Viola
LEO VAN DOESELAAR – Orgel
WALTER RUMER – Violone

Es sind die elementaren Prinzipien Wiederholung und Veränderung, denen alles Leben zu folgen scheint, und nicht viel anders verhält es sich in der Musik. Diesen Umstand machen sich die Musikerinnen und Musiker der Formation Urban Strings zunutze, wenn sie in ihrem Projekt gegensaitig mit Reflexion, Variation, unterschiedlichen Raumaufstellungen, szenischen Elementen und strukturellen Verfremdungen experimentieren und diese Stilmittel in ihre Interpretation barocker Meisterwerke einfließen lassen. So gelingt es ihnen, die der Musik zugrunde liegenden Ideen und die ihr innewohnende Architektur für das Publikum auch räumlich erlebbar zu machen.

Ein weiteres Werkzeug, dessen man sich dabei bedient, ist die Technik des Scordierens, die es durch spezielle Stimmung der Geige ermöglicht, gänzlich unterschiedliche Klangspektren zu erzeugen.
Die Scordatura, zu Deutsch »Verstimmung der Instrumente«, wurde schon im 16. Jahrhundert bei den Lauten angewendet. Um die Mitte des 17. bis ins 18. Jahrhundert finden wir sie vor allem bei der Violine und der Viola d‘amore. Werden die Saiten höher als normal eingestimmt, wird das Instrument laut und signalhaft schrill. Beim Einstimmen eines tieferen Moll-Akkords klingen die Instrumente hingegen matter, leiser und geheimnisvoller.
Neben Werken von Heinrich Ignaz Franz Biber (16441704), Johann Pachelbel (1653-1706) und Johann Sebastian Bach (1685-1750) erklingt auch eine ungewöhnliche wie einzigartige Komposition für Orgel solo des Zeitgenossen Franz Danksagmüller, in der nicht nur Elemente aus dem Jazz, sondern auch Anklänge an die elektronische Minimal Music zu Tage treten.

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ÜBER DIE KÜNSTLER

Die gebürtige Potsdamerin Tabea Höfer war nach ihrem Studium an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin sieben Jahre als Geigerin im Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin engagiert. Mit diesem Orchester und anderen Ensembles konzertierte sie in Europa, Amerika und Japan. Der eingehenden Beschäftigung mit der Musik vor 1750 und der Barockvioline folgt nun schon seit Jahren eine umfangreiche, ausgedehnte Konzerttätigkeit, in der sie als Solistin, Kammermusikerin und zunehmend auch als Konzertmeisterin gleichermaßen gefragt ist. Ihre künstlerische Arbeit führt sie regelmäßig mit hervorragenden Gesangssolisten, Instrumentalisten und profilierten Ensembles zusammen. Außerdem arbeitet sie seit 1997 auch als Musiktherapeutin in einer psychiatrischen Tagesklinik in Berlin und unterrichtet an der Berliner Musikschule Béla Bartók.

Leo van Doeselaar studierte Orgel und Klavier am Amsterdamer Conservatorium, darüber hinaus Hammerklavier. Er trat als Orgelsolist mit verschiedensten namhaften Orchestern auf. Zum Concertgebouworkest unterhält er als Titularorganist des Königlichen Concertgebouws enge Beziehungen und musiziert mit dem Spitzenensemble an der Maarschalkerweerd-Orgel. Als Continuospieler arbeitete Leo mit unterschiedlichen Barockensembles zusammen. Gemeinsam mit Wyneke Jordans bildet er ein vielseitig auftretendes Klavierduo.
Leos musikalisches Schaffen ist durch eine beträchtliche Anzahl von Einspielungen dokumentiert. Der Echo-Preisträger (2013) ist Professor für künstlerisches Orgelspiel an der UdK Berlin und Titularorganist an der Schnitger-Orgel in der Martinikerk zu Groningen. 2007 erhielt er den Sweelinckpreis.

Als Mitglied und Konzertmeister der Akademie für Alte Musik Berlin und künstlerischer Leiter anderer Ensembles ist Georg Kallweit heute längst zum vielgefragten Spezialisten seines Fachs avanciert. Dabei nehmen das solistische Repertoire und die Ensembleleitung einen besonderen Stellenwert ein. Er arbeitet regelmäßig mit renommierten Barockorchestern sowie mit modernen Klangkörpern zusammen. Es liegen über sechzig mit vielen internationalen Preisen ausgezeichnete CD-Einspielungen vor, darunter Aufnahmen mit Violinkonzerten bei Harmonia Mundi France sowie Kammer- und Solomusik bei den Labels Alpha, Raumklang u.a. Seine rege internationale Konzerttätigkeit führte ihn in die etabliertesten Konzertsäle rund um den Erdball. Als Dozent unterrichtete Georg u.a. an den Musikhochschulen in Leipzig, Weimar und Helsinki.

Walter Rumer, Violone, ist gebürtiger Innsbrucker. Er studierte Kontrabass bei Josef Sorg und in Folge bei Alois Posch (Wien) sowie Bill Hunt (London) und spezialisierte sich dabei auf die historischen Bassinstrumente Violone und Kontrabass. Er ist Kontrabass-Stimmführer bei der Akademie für Alte Musik Berlin und spielt in gleicher Position in namhaften Ensembles wie der Camerata Salzburg, der Wiener Akademie sowie in diversen Jazzbands (Die Erben, Jazzorchester Tirol, Marco Polo u.a.). Walter unterrichtet am Mozarteum in Salzburg und leitet seit 1987 die Kontrabassklasse des Tiroler Landeskonservatoriums in Innsbruck.

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