13 – Gli atti col dançar

Balladen, Tänze und Madrigale aus dem 14. Jahrhundert

Freitag, 14. September | 20.30 Uhr
Klosterkirche St. Veit/Glan

La Fonte Musica
Francesca Cassinari – Sopran
Alena Dantcheva – Sopran
Gianluca Ferrarini – Tenor
Efix Puleo – Viella da braccio
Teodoro Baù – Viella da gamba
Federica Bianchi – Cembalo
Marco Domenichetti – Flöte
Michele Pasotti – Laute & Leitung

 

Et musique est une science /
Qui veut qu’on rie et chante et dance.

Und Musik ist eine Wissenschaft /
Die will, dass man lacht und singt und tanzt.

 

Diese Worte werden dem großen französischen Komponisten und Dichter Guillaume de Machaut (ca. 1300–1377) zugeschrieben.

Dass Machauts Worte keine reine Absichtserklärung darstellen, sondern die Kinder, Frauen und Männer seiner Zeit mit ebensolcher Begeisterung gesungen, getanzt und gelacht haben, wie wir es heute auch noch tun, daran besteht wohl kein Zweifel. Im Gegensatz zur geistlichen und religiös motivierten Musik des Mittelalters haben Lieder, Tänze und Balladen allerdings kaum schriftliche Spuren hinterlassen, und es bedarf zumeist des mühsamen Studiums der spärlichen Quellen, um rekonstruieren zu können, was über die Jahrhunderte verloren gegangen und dem Vergessen anheimgefallen ist. Erst viel später sollten diese Eingang in die „Hochkultur“ – und somit auch in die Archive – finden.

Das Aufkommen der in Musik gefassten Poesie der Troubadours markiert unbestritten einen entscheidenden Moment in der Entwicklung der abendländischen Musikgeschichte, doch ist es erst die Mensuralmusik* des 14. Jahrhunderts, in welcher die tatsächlichen oder in den Rhythmen der Chansons sublimierten Tänze erkennbare Formen annehmen. „Die Balladen sind solche, quia ballantur, wo also zu tanzen ist“, wie in einem italienischen Traktat aus dem 14. Jahrhundert geschrieben steht. Und die französischen Virelais – die dieselbe Form der italienischen Balladen aufweisen – haben ihren Ursprung in virer, sich drehen, rundherum tanzen (englisch: twist), und werden von Machaut auch Chanson baladée genannt.

Die „reinen“ Tanzformen finden sich hingegen fast ausschließlich in den Instrumentalstücken. Die Istampitte (von: „stampfen“) stellen die bekannteste und umfangreichste Gattung dar. Beispiele dafür, geprägt von großer rhythmischer Lebendigkeit, Komplexität und Virtuosität, sind uns ebenso aus dem 14. Jahrhundert überliefert.

Neben Johannes Ciconias (ca. 1370–1412) titelgebender Ballade Gli atti col dançar, die von der Faszination eines Verliebten beim Betrachten seiner tanzenden Frau erzählt, erklingen in diesem Programm auch Madrigale, Tänze und Balladen der Komponisten Guillaume de Machaut (ca. 1300–1377), Antonio Zacara da Teramo (ca. 1350–1416), Bartolino da Padova (ca. 1365–1405), Paolo da Firenze (ca. 1355–1436) und Antonello da Caserta (ca. 1355–1405).


 

Das gesamte Kapitel zu diesem Konzert – wie in unserem Reclam-Programmbuch 2017 abgedruckt – können Sie durch Klicken des Download-Buttons als PDF herunterladen.

KAPITEL-DOWNLOAD KARTEN BUCHEN