08 | ZUM GLÜCK GIBT’S GLUCK!

Le belle immagini d’un dolce amore

Donnerstag, 12. September | 19 Uhr
Rathaus St. Veit/Glan

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ANNA DENNIS – Sopran
MARK TATLOW – Leitung

ARTE DEI SUONATORI
AURELIUSZ GOLIŃSKI, MICHAŁ MARCINKOWSKI, KATARZYNA OLSZEWSKA, IRMA NISKANEN, ZOFIA WOJNIAKIEWICZ, JOANNA AKSNOWICZ – Violine
EWA GOLIŃSKA, NATALIA REICHERT – Viola
MACIEJ ŁUKASZUK, PETER TREFFILINGER – Cello
CHRISTIAN ZINCKE – Violone
DAGMARA TYRCHA – Cembalo
MAŁGORZATA KLISOWSKA, MARTA GAWLAS – Traversflöte
KRZYSZTOF STENCEL, AKI YAMAUCHI – Horn

Wie kann es gelingen, Wort und Musik derart miteinander zu verbinden, dass das Ergebnis daraus es vermag, uns an den Höhen und Tiefen der Emotionen eines Orpheus, einer Dido oder einer Arianna teilhaben zu lassen?
Kaum jemand dürfte sich Mitte des 18. Jahrhunderts mehr Gedanken zu diesem Thema gemacht haben, als der 1714 in der Oberpfalz geborene und 1787 in Wien gestorbene Komponist Christoph Willibald Ritter von Gluck, von dem ohne Übertreibung behauptet werden kann, dass er der erste international anerkannte Starkomponist überhaupt war. Selbst W.A. Mozart und L. van Beethoven sahen in dessen Opernschaffen den Anfangspunkt der modernen Bühnenmusik, und auch Eduard Hanslick, der vielleicht bedeutendste Musikkritiker des 19. Jahrhunderts, bezeichnete ihn als den »feierlichen Hohepriester« der musikalischen Tragödie.
Doch Gluck gilt zudem auch als einer der bedeutendsten Reformer der Musik seiner Zeit, und eines der wohl wichtigsten Zeugnisse seiner Bemühungen findet sich in der Zueignungsschrift zu seiner Oper Alceste, die im Dezember 1767 ihre Uraufführung in Wien erlebte:
»Als ich es unternahm, die Oper Alceste in Musik zu setzen, war meine Absicht, alle jene Missbräuche, welche die falsch angebrachte Eitelkeit der Sänger und die allzu grosse Gefälligkeit der Komponisten in die italische Oper eingeführt hatten, sorgfältig zu vermeiden Missbräuche, die eines der schönsten und prächtigsten Schauspiele zum langweiligsten und lächerlichsten herabgewürdigt haben. Ich suchte daher die Musik zu ihrer wahren Bestimmung zurückzuführen, das ist: die Dichtung zu unterstützen, um den Ausdruck der Gefühle und das Interesse der Situationen zu verstärken, ohne die Handlung zu unterbrechen, oder durch unnütze Verzierungen zu entstellen

Alceste war die erste der drei als Wiener Reform-Opern bezeichneten Opern, die das Ergebnis der Zusammenarbeit Glucks mit dem Librettisten Ranieri de’ Calzabigi waren. Wie Orfeo ed Euridice, uraufgeführt 1774 in Paris, verschwand sie bis heute nie ganz aus den Spielplänen der Opernhäuser. Ganz anders – und zu Unrecht – erging es Paride ed Elena, die 1770 in Wien erstmals zur Aufführung gelangte. Diese Oper fiel bereits nach wenigen Vorstellungen in Wien und Neapel dem Vergessen anheim und musste – abgesehen von zwei Produktionen kurz nach 1900 – bis 1987 auf ihre vom Publikum begeistert aufgenommene Wiederentdeckung am Schlosstheater Drottningholm in Stockholm warten. Freuen wir uns nicht nur auf berührend-expressive Arien, die Gluck Paris, dem Sohn des trojanischen Königs Priamos und Protagonisten seiner Oper Paride ed Elena zugeeignet hat, sondern auch auf symphonische Musik seiner Zeitgenossen Joseph Haydn (1732-1809) und Josef Martin Kraus (1756-1792).
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ÜBER DIE KÜNSTLER

Die englische Sopranistin Anna Dennis, von der Times als Sängerin mit „lieblicher Stimme und klarer, stets einfühlsamer Präsenz“ beschrieben, studierte an der Royal Academy of Music (London) bei Noelle Barker. Anna war bisher u.a. in Brittens War Requiem, Orffs Carmina Burana, J.S. Bachs Weihnachtsoratorium und Haydns Schöpfung zu hören und trat mit Orchestern und Ensembles wie dem Orquestra Gulbenkian, dem Australian Chamber Orchestra, Concerto Copenhagen, dem BBC Symphony Orchestra, dem Orchestra of the Age of Enlightenment u.a. auf. über die künstler Auf der Opernbühne verkörperte die junge Künstlerin zuletzt Paride in Glucks Paride ed Elena, Emira in Händels Siroe, Ilia in Mozarts Idomeneo und Pamina in der Zauberflöte, jüngst sang sie auch unter J.E.  Gardiner in allen drei Opern von C. Monteverdi Hauptrollen. Darüber hinaus gilt Anna als leidenschaftliche Interpretin von Werken vieler zeitgenössischer Komponisten.

Mark Tatlow – Dirigent, Musiker, Pädagoge und Forscher – wurde in Wolverhampton, England, geboren und lebt in Stockholm, Schweden. Bereits als Kind vom Klang des Klavieres, als Teenager dann von jenem der menschlichen Stimme zu Tränen gerührt, erlebte Mark eine erste Transformation. Viel Inspiration ging für ihn dabei von jenen seiner Lehrer aus, die auf selbstlose Art und Weise das Innenleben ihrer Studenten zu modellieren trachteten. Durch seine Tätigkeit bei der Kent Opera, am Drottningholms Slottsteater (SE) und im Rahmen des Forschungsprojektes performingpremodernity. com entdeckte er das Opernrepertoire des 18. Jahrhunderts für sich. Als Pädagoge und im Rahmen seiner künstlerischen Arbeit gab und gibt er mit großer Begeisterung sein Wissen an junge Menschen weiter, um auch in der nächsten Generation Raum für Musik zu schaffen. Marks Credo dabei: Menschen zusammenbringen, um in der Vielfalt Harmonie zu finden und zuzulassen, dass die Musik Einfluss darauf nimmt, wie wir füreinander empfinden. Es geht um Mitgefühl!

Arte dei Suonatori wurde 1993 von den Violinisten Ewa und Aureliusz Goliński in Poznań (Polen) gegründet und zählt mittlerweile zu den international bekanntesten Ensembles aus Polen. Sein Repertoire umfasst mehr als 700 Kompositionen und deckt ein breites Spektrum von Stilrichtungen und Formen der Musik des 17. und 18. Jahrhunderts ab. Seit 1998 veranstaltete das Ensemble eine Vielzahl von Konzertreihen im Bereich der Alten Musik, aus denen sich schon bald das Festival Early Music – Persona Grata entwickelte, welches inzwischen zu den bedeutendsten für Alte Musik in Polen zählt. Arte dei Suonatori tritt regelmäßig in ganz Europa, aber auch in den Vereinigten Staaten auf und seine Konzerte wurden von zahlreichen europäischen Rundfunksendern ausgestrahlt. Seit Beginn seiner Tätigkeit arbeitet das Ensemble mit vielen renommierten Künstlern der Alten Musik-Szene zusammen, wobei M. Gester, R. Podger, A. Kossenko, B. Roed, R. Goebel, D. Laurin und R. Invernizzi stellvertretend genannt sein sollen. Arte dei Suonatoris unbändige Spielfreude und seine Musizierweise stießen bald auf lebhaftes internationales Interesse, das auch in zahlreichen Auszeichnungen für seine CD-Produktionen zum Ausdruck kommt.
www.artedeisuonatori.pl

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