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Im Anfang war das Wort

Scheinbar fremdartig und doch wohlvertraut – so klingt die Pythagoräische Obertonzither, ein 2013 von Tristan Schulze konzipiertes Instrument, das in seiner Konstruktion durchaus an das Monochord des griechischen Philosophen und Gelehrten Pythagoras erinnert, welches ihm bei der Erforschung des Phänomens der Obertöne wertvolle Dienste leistete.

Streicht ein Geiger die leere G-Saite seines Instruments, so meinen wir nur diesen einen Ton zu hören. In Wirklichkeit hören wir jedoch auch dessen Obertöne, die mit einem Vielfachen der Frequenz des Grundtons schwingen und deren Zusammensetzung das Charakteristische am Klang eines Instrumentes ausmacht.

Auf der Pythagoräischen Obertonzither wird jedem Oberton eine Saite und jeder Saite ein Buchstabe aus dem Alphabet zugeordnet. Nachdem nun jeder Buchstabe seinen Platz in der Obertonreihe findet, ist es möglich, Worte gleichsam in Musik zu übersetzen. Tristan Schulze bringt uns zu Musik gewordene Texte aus der altgriechischen Fassung des Neuen Testaments sowie speziell für die Obertonzither komponierte Werke zu Gehör.

Tristan Schulze – Pythagoräische Obertonzither

Tristan Schulze wurde 1964 in Sachsen (Deutschland) geboren. Nach dem Cellostudium in Dresden lernte er im Orchester das klassische Opern- und Konzertrepertoire kennen. In Benares (Indien) studierte er klassische indische Musik, danach an der Wiener Musikhochschule Dirigieren und Komposition. Studienaufenthalte führten ihn in den Senegal, nach Argentinien und nach Mexiko. 1995 gründete er gemeinsam mit Daisy Jopling und Aleksey Igudesman das Streichtrio Triology, für welches er auch den Großteil des Repertoires schrieb. Eine rege Konzerttätigkeit, in deren Rahmen es auch zur Zusammenarbeit mit Künstlern wie Julian Rachlin, Wolfgang Muthspiel, Bobby McFerrin und Hans Zimmer kam, führte das Ensemble nach Japan, Mexiko, in die Vereinigten Staaten, Australien und in viele europäische Länder. Ab 2005 entstanden Auftragskompositionen u.a. für das Staatstheater Braunschweig (Hermann Hesse auf dem Weg in die Mailänder Scala), das Symphonieorchester Klagenfurt (Konzert für Triology und Orchester), das Symphonieorchester Vorarlberg und Wolfgang Muthspiel (Konzert für E-Gitarre und Orchester, Drei Orchesterstücke), Mnozil Brass und das Niederösterreichische Tonkünstlerorchester (18 Präludien und Septupelfuge für Blechbläserseptett und Orchester), das Theater an der Wien (Premiere), Sonus Brass (Konzert für Violoncello und Blechbläserquintett), das SBO Ried und Günter Voglmayr (Flötenkonzert) sowie für Janine Jansen und Julian Rachlin. Tristan lebt und arbeitet als freischaffender Komponist, Cellist, Organist und Dirigent in Wien.    www.tristanschulze.eu