trigonale2013_in_aeternum

In Aeternum Cantabo

UND SINGEN WILL ICH IN EWIGKEIT

Ein ganz besonderer Schatz, bestehend aus bisher unveröffentlichten Kantaten des herausragenden Komponisten Johann Rosenmüller (1619–1684), findet sich in der Berliner Staatsbibliothek. Ihn zu heben, haben wir uns zur Aufgabe gemacht. Auf meisterhafte und eindringliche Weise beherrschte Rosenmüller es, die den Texten zu Grunde liegenden Gemütszustände im Gesangspart und in den Stimmen der Instrumente hörbar zu machen. Doch war er nicht der Einzige, der sich auf die Kunst der musikalischen Darstellung von Texten verstand: Auch sein Zeitgenosse Franz Tunder und dessen Nachfolger im Amt als Organist der Marienkirche in Lübeck, Dietrich Buxtehude, waren darin sehr gewandt. In der bereits im 17. Jahrhundert wegen ihres außerordentlichen Klangreichtums sehr beliebten Besetzung aus sechs Streichern (Violinen, Gamben und Violone), Orgel und Sopran gelangen in diesem Konzert neben Kantaten auch Sonaten – unter anderem das ergreifende Lamento sopra la morte di Ferdinand III von Johann Heinrich Schmelzer – zur Aufführung.

Ulrike Hofbauer – Sopran
Cecilia Bernardini, François Fernandez – Violine
Romina Lischka, Eva Reiter – Viola da gamba
Arno Jochem De La Rosée – Violone
Raphaël Collignon – Orgel
Mieneke van der Velden – Viola da gamba, Leitung

Als Kind einer Musikerfamilie aufgewachsen, schloss Cecilia Bernardini ihr Studium bei Jan Repko, Vesko Eschkenazy und Ilya Grubert am Konservatorium in Amsterdam mit Bestnote ab. Während ihres Aufbaustudiums bei David Takeno an der Guildhall School of Music and Drama, und insbesondere durch den Unterricht von Rachel Podger sowie später von Lucy van Dael, entdeckte sie ihre Liebe zur Barockvioline. Auch hier schloss sie mit Auszeichnung ab. Cecilia Bernardini gewann Preise bei zahlreichen nationalen Wettbewerben, unter anderem beim Prinses Christina Wettbewerb, dem Vriendenkrans Wettbewerb des Amsterdamer Concertgebouw, dem Oskar Back Wettbewerb, dem Violinwettbewerb Andrea Postacchini und dem Augsburger Violinwettbewerb Leopold Mozart. Cecilia Bernardini hat eine Leidenschaft für Kammermusik. Zusammen mit dem Violisten Giles Francis und der Cellistin Timora Rosler bildet sie das Serafino String Trio (www.serafinostringtrio.com). Zwei ihrer häufigsten Kammermusikpartner sind die Pianofortespielerinnen Keiko Shichijo und Shuann Chai. Ebenfalls im Bereich der Kammermusik musiziert sie mit Colin Carr, Kristian Bezuidenhout, Rick Stotijn, Richard Egarr, Alexandre Tharaud und Alfredo Bernardini. Als Solistin arbeitete sie mit Dirigenten wie Jurjen Hempel, John Butt, Jussi Jaatinen und Philip Pickett zusammen und war Gast bei zahlreichen internationalen Festspielen wie: Prussia Cove Open Chamber Music, Grachtenfestival Amsterdam, Storioni Festival, Sainte Mere Festival, London Handel Festival, Cervantino Festival Guanajuato, Varazdin barokni veceri u.a. Mit der Cellistin Maartje Maria Den Herder gab sie die Weltpremiere des Doppelkonzerts von Philip Glass, in Zusammenarbeit mit dem Dutch Residentie Orchestra und dem Nederlands Dans Theater. Cecilia wird immer wieder von renommierten Klangkörpern wie dem Scottish Chamber Orchestra, der Camerata Salzburg und dem Schwedischen Rundfunksinfonieorchester als Konzertmeisterin eingeladen. Die Barockviolinistin hat eine feste Position als Konzertmeisterin des in Edinburgh beheimateten Dunedin Consort unter der Leitung von John Butt, mit dem sie vor kurzem Bachs Brandenburgische Konzerte und die Johannespassion einspielte.Zu den geplanten Veröffentlichungen zählen die Violinkonzerte von Bach. Sie ist außerdem regelmäßig als Konzertmeisterin oder Solistin mit Ensembles wie Zefiro, der Niederländischen Bachvereinigung, La Serenissima, The King’s Consort, dem New London Consort und dem Orchestra of the Age of Enlightenment zu hören. Zu ihren zahlreichen Einspielungen zählen die Divertimenti von Mozart mit dem Ensemble Zefiro. Sie spielt auf einer Santo Serafin Geige von 1750, einer Leihgabe des Niederländischen Musikinstrumenten Fonds (www.muziekinstrumentenfonds.nl). Vor kurzem wurde sie von der Jumpstart-Stiftung dazu ausgewählt, eine Camillus Camilli Barockvioline von 1743 zu spielen.

François Fernandez wurde 1960 als Kind einer Musikerfamilie in Rouen geboren. Er lernte zunächst klassische Violine und wandte sich bereits im Alter von 12 Jahren der Barockvioline zu. François studierte bei Sigiswald Kuijken in den Haag (Solistendiplom, Königliches Konservatorium 1980) und wurde schon bald zum engsten Mitarbeiter seines Lehrers. Mit 17 Jahren stieß er zu La Petite Bande und wurde 1986 Konzertmeister dieses Barockensembles. Zur selben Zeit arbeitete er – in der Regel als Konzertmeister oder Solist – mit den besten Barockorchestern der Epoche zusammen: Orchester des 18. Jahrhunderts (Frans Brüggen), La Chapelle Royale (Ph. Herreweghe) sowie Melante 81 (Bob van Asperen).In den letzten 15 Jahren hat sich François der Kammermusik gewidmet. Zusammen mit dem Ricercar Consort, den Brüdern Kuijken, den Brüdern Hantai, Ryo Terakado, Yves Rechtainer, Marcel Ponseele, Boyan Vodénitcharov, Enrico Gatti und vielen anderen bekannten Musikern trat er bei renommierten Festivals auf der ganzen Welt auf. Unter seinen Solokonzerten verdienen seine Aufführungen der Sonaten und Partiten von Bach besondere Erwähnung. Neben der Violine spielt er auch Bratsche, Viola d’amore, Gambe und Viola da spalla (Schulter-Cello). Gemeinsam mit Philippe Pierlot und Rainer Zipperling gründete François das Schallplattenlabel Flora. Er lehrte in Toulouse, Lüttich, Brüssel, Trossingen sowie seit 1998 am Conservatoire National Supérieur in Paris, zudem leitet er Sommerkurse in Spanien und Belgien. Seine Diskographie umfasst etwa 100 Einspielungen, darunter die als Gramophone Editor’s Choice ausgezeichneten Sonaten von Leclair und die gesamten Solowerke von Bach, die von der niederländischen Zeitschrift Prelude Klassiek zur »Besten CD 2003« gewählt wurden.

Die österreichische Gambistin Romina Lischka beginnt mit sieben Jahren Gitarre und mit dreizehn Jahren Gambe an diversen Musikschulen Wiens zu lernen. Von 1999 bis 2002 studiert sie klassische Gitarre bei Walter Würdinger an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Ihr starkes Interesse für Alte Musik führt sie an die Schola Cantorum Basiliensis in Basel, wo sie ab 2002 Viola da gamba bei Paolo Pandolfo studiert. Sie besteht ihr Solistendiplom 2006 mit Auszeichnung. Anschließend studiert Romina bei Philippe Pierlot am Königlichen Konservatorium Brüssel, 2008 macht sie dort den Master mit Auszeichnung. Neben ihren Studien nimmt sie an Meisterkursen bei Wieland Kuijken, Jordi Savall und Sophie Watillon sowie 2004 an der Académie baroque européenne d’Ambronay unter der Leitung von Christophe Rousset teil.
Seit 2008 arbeitet sie als freischaffende Gambistin mit Ensembles wie dem Collegium Vocale Gent (Philippe Herreweghe), dem Ricercar Consort (Philippe Pierlot), Les Flamboyants (Michael Form), Le Jardin Secret, dem Queens Consort, B-Rock, der Capilla flamenca, Vlaamse Opera, MCO, Gli Angeli Genève, Zefiro Torna, Roza Enflorese u.a. Seit 2006 studiert sie klassischen nordindischen Gesang am Konservatorium Rotterdam (World Music Department). Für die Saison 2012/13 wurde Romina von BOZAR und Concertgebouw Amsterdam als »Rising Star« für die Kategorie Alte Musik ausgewählt.

Eva Reiter wurde in Wien geboren, wo sie auch an der Universität für Musik und darstellende Kunst das Studium der Blockflöte und der Viola da gamba absolvierte. Diplom mit Auszeichnung. Fortsetzung beider Studien am Sweelinck Conservatorium in Amsterdam. Beide Masterdiplome cum laude. Derzeit rege Konzerttätigkeit als Solistin sowie Auftritte mit verschiedenen Barockorchestern wie der Niederländischen Bachvereinigung, dem Ensemble Mikado, Le Badinage und Unidas sowie mit Ensembles für zeitgenössische Musik wie Ictus, Klangforum Wien, Trio Elastic3, Duo BAND u.a. Als Komponistin wurde sie mit dem Publicity Preis der SKE, dem Förderungspreis der Stadt Wien 2008, dem Queen Marie José International Composition Prize 2008 sowie weiteren Förderungen ausgezeichnet. Ihr Stück Alle Verbindungen gelten nur jetzt zählt zu den ausgewählten Werken des Rostrum of Composers (IRC) 2009. Eva brachte ihre Kompositionen u.a. bei internationalen Festivals wie Transit/Leuven, Ars Musica/Brüssel, ISCM World New Music Festival 2006/ Stuttgart, generator und Wien Modern/Wiener Konzerthaus zur Aufführung. Sie tritt regelmäßig bei namhaften Festivals
für Alte und Neue Musik auf.

Arno Jochem de la Rosée studiert Viola da gamba und Barockcello an der Schola Cantorum in Basel. Diplom bei Christophe Coin, Ensemblestudien u.a. bei René Jacobs, Michel Piguet, Frans Bruggen, Jaap Schroeder, Jesper Christensen und Jordi Savall. Er spielt weltweit Konzerte als Gambist und Barockcellist. Mit dem von ihm initiierten Gambenensemble Concerto di Viole tritt er mit Andreas Scholl, Emma Kirkby, Kai Wessel, Franz Vizthum u.a. auf, Uraufführugen durch Concerto di Viole, darunter drei Vierteltonkompositionen.
Die Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Musik und unterschiedlichen Mikrointervall Systemen führte ihn zu einer Beschäftigung mit arabischer Musik und deren Ausdrucksmöglichkeiten. Spielt auf mehr als 90 Aufnahmen, darunter Crossover Projekte mit Uri Caine sowie Filmmusiken von Annette Focks (u.a. KRABAT). Unterrichtete Gambe und Ensemble am Konservatorium in Metz, regelmäßig Kurse zur Instrumental und Aufführungspraxis des 16. – 19. Jahrhunderts. Veröffentlichungen zur Frühgeschichte des Violoncellos und der Viola da gamba.

Raphaël Collignon studierte an den Musikhochschulen von Paris, Straßburg, Den Haag, Amsterdam und Brüssel, wo er höchste Auszeichnungen in den Bereichen Klavier, Kammermusik, Cembalo, Basso Continuo und Jazz (Improvisation) erhielt. 2005 unternahm er gemeinsam mit der Flötistin Nathalie Houtman eine einjährige Welt Tournee. Dieses Projekt führte zu Auftritten und Begegnungen auf Musikbühnen in Russland, Asien, Afrika und Südamerika. Als Basso Continuo Spieler wird er regelmäßig zur Zusammenarbeit mit diversen Ensembles und den bedeutendsten Musikern der heutigen Barock Szene eingeladen (Ton Koopman, Jordi Savall, Chiara Banchini, Lars Ulrik Mortensen, Christophe Coin, Emmanuelle Haim, Alfredo Bernardini, Andrew Manze, François Xavier Roth u.a.). Darüber hinaus widmet er sich zunehmend der Komposition
von Werken für die darstellenden Künste (Tanz, Theater, Zirkus & Film).

Ulrike Hofbauer studierte Gesang und Gesangspädagogik an den Hochschulen Würzburg und Salzburg und an der Schola Cantorum Basiliensis. Zu ihren maßgeblichen Lehrern zählen Sabine Schütz, Evelyn Tubb und Anthony Rooley. Die in Oberbayern geborene Sängerin ist heute in der Nähe von Basel ansässig und musizierte als Solistin unter anderem mit Singer Pur, dem Collegium Vocale Gent, L’Arpeggiata, La Chapelle Rhénane, L’Orfeo Barockorchester und Cantus Cölln. Überdies arbeitete sie mit Philippe Herreweghe, Christina Pluhar, Andrea Marcon, Gustav Leonhardt, Manfred Cordes, Hans Christoph Rademann und Jörg Andreas Bötticher zusammen.
Ihr schauspielerisches Können stellt Ulrike immer wieder auf der Opernbühne unter Beweis. So sang sie u.a. am Theater Basel und am Theater Bern. Mit ihrem eigenen Ensemble savadi gewann sie 2003 den York Early Music International Young Artists Competition und 2004 den Van Wassenaer Concours in Den Haag. Größer besetzte Projekte verwirklicht sie mit ihrem neu gegründeten Ensemble &cetera. Bis vor Kurzem unterrichtete sie Barockgesang an der Universität Mozarteum Innsbruck. Ihr Repertoire umfasst alle Epochen und Stilrichtungen. Die intensive Beschäftigung mit musikalischer Rhetorik, Ornamentik und dem »recitar cantando« Stil bildet einen Schwerpunkt ihrer künstlerischen Arbeit. www.ulrikehofbauer.com

Mieneke van der Velden studierte Viola da gamba bei Wiland Kuijken am Königlichen Konservatorium in Den Haag und schloss das Studium 1988 mit dem Konzertfachdiplom ab. Neben ihrer regen Tätigkeit als Kammermusikerin tritt sie
auch regelmäßig als Solistin mit bekannten Orchestern wie dem Amsterdam Baroque Orchestra unter Ton Koopman, dem Concerto Vocale unter René Jacobs und dem Collegium Vocale unter Philippe Herreweghe auf. Alljährlich spielt Mieneke die Viola da gamba Arien der Matthäus Passion in den berühmten Aufführungen der Niederländischen Bachvereinigung in Holland. In ihren Solokonzerten spezialisiert sie sich gemeinsam mit dem Cembalisten Glen Wilson und dem Theorbisten Fred Jacobs auf das französische Viola da gamba-Repertoire; sie tritt in ganz Europa auf, in den Niederlanden unter anderem im Rahmen des Festivals Oude Muziek Utrecht. Mieneke ist Hauptfachdozentin für Viola da gamba am Sweelinck Conservatorium in Amsterdam und am Königlichen Konservatorium in Den Haag. Sie spielt auf einem französischen Originalinstrument, einer Bassgambe aus dem Jahre 1617, die von Antoine Despont in Paris gebaut wurde.