12 | JEPHTA (HWV 70, 1751)

Dramatisches Oratorium in drei Teilen von Georg Friedrich Händel (1685-1759)

Samstag, 15. September | 18 Uhr
Seminarkirche Tanzenberg

TICKETS

NICK PRITCHARD (Tenor) – Jephta
MARION ECKSTEIN (Mezzosopran) – Storgè, Jephthas Frau
MIRIAM ALLAN (Sopran) – Iphis, Jephthas Tochter & Engel
ALEX POTTER (Countertenor) – Hamor, Iphis‘ Geliebter
RAIMUND NOLTE (Bass) – Zebul, Jephthas Bruder

ARTE DEI SUONATORI
AURELIUSZ GOLIŃSKI, MICHAŁ MARCINKOWSKI, KATARZYNA OLSZEWSKA, IRMA NISKANEN, ZOFIA WOJNIAKIEWICZ, JOANNA AKSNOWICZ – Violine
EWA GOLIŃSKA, NATALIA REICHERT – Viola
MACIEJ ŁUKASZUK, PETER TREFFILINGER – Cello
CHRISTIAN ZINCKE – Violone
DOHYO SOL – Laute
DAGMARA TYRCHA, SARAH JOHNSON HUIDOBRO – Cembalo
MAŁGORZATA KLISOWSKA – Traversflöte
MOLLY McDOLAN, GILLES WANSSONS – Oboe
ALEJANDRO PEREZ MARIN, LUCILE TESSIER – Fagott
KRZYSZTOF STENCEL, AKI YAMAUCHI – Horn

CHOR DER SLOWENISCHEN PHILHARMONIE
Einstudierung: Jerica Bukovec

KONRAD JUNGHÄNEL – Leitung

Dem alttestamentlichen Buch der Richter entnehmen wir in Kapitel 11 die Erzählung über Jephtha, der von den Gileaditern zu ihrem Anführer auserkoren wird, um sie vor der zunehmenden Bedrohung durch die Ammoniter zu beschützen. Mit göttlichem Geist begabt und gesegnet tritt Jephtha sogleich in Verhandlungen mit dem König der Ammoniter, doch als diese nach gegenseitigen Schuldzuweisungen ergebnislos scheitern, kommt es zum Kampf, aus dem Jephtha als strahlender Sieger hervorgeht.
Die Freude über den errungenen Triumph währt allerdings – besonders für den erfolgreichen Heerführer – nur kurz, denn als ihm bei seiner Rückkehr vom Felde an der Schwelle seines Hauses zuallererst die eigene und zugleich einzige Tochter in die Arme fällt, erinnert er sich augenblicklich an das Gelübde, welches er vor Aufbruch in die Schlacht abgelegt hatte:
»Wenn du die Ammoniter wirklich in meine Gewalt gibst und wenn ich wohlbehalten von den Ammonitern zurückkehre, dann soll, was immer mir (als Erstes) aus der Tür meines Hauses entgegenkommt, dem Herrn gehören und ich will es ihm als Brandopfer darbringen.
Ein solch schauderbares Ende bleibt uns in G.F. Händels Vertonung dieses Stoffes glücklicherweise erspart, denn sein Librettist Thomas Morell, der dem Komponisten zuvor auch schon die Texte zu seinen Oratorien Judas Maccabaeus, Alexander Balus und Theodora lieferte, entschied sich für ein Happy End. So konnte er nicht nur die allgemeine Begeisterung für biblische Kriegshelden bestens bedienen, zugleich ersetzte er durch die Errettung der Tochter vor dem Tod am Opferaltar den rächenden Gott des Alten Testamentes durch den gütigen Gott des Neuen Testamentes, was durchaus dem Zeitgeist zur Mitte des 18. Jahrhunderts entsprach. Außerdem erweiterte Morell den Kreis der Handelnden um einige Personen, die im Alten Testament nicht vorkommen, was wiederum dem Komponisten die Möglichkeit bot, sein Oratorium noch opernhafter anzulegen.

Ein letztes Mal entfaltete G.F. Händel in seinem Alterswerk Jephtha die ihm eigene Kunst der musikalischen Charakterisierung seelischer Zustände. Nicht selten wird Jephtha gar als poetischste Komposition unter Händels Oratorien und als Inbegriff seiner musikalischen Gestaltungskraft angesehen.

 

ÜBER DIE KÜNSTLER

Konrad Junghänels Laufbahn begann mit der Laute. Als für seine Virtuosität gefragter Instrumentalist begleitete er den Countertenor René Jacobs und trat u.a. mit Les Arts Florissants, La Petite Bande und Musica Antiqua Köln weltweit auf. Für seine CD-Aufnahmen erhielt er internationale Auszeichnungen, überdies lehrte er als Professor an der Hochschule für Musik und Tanz Köln. Die fortgesetzte Beschäftigung mit vokaler Barockmusik führte ihn 1987 zur Gründung des Vokalensembles Cantus Cölln, das heute zu den angesehensten Ensembles dieser Art im internationalen Musikleben zählt. Als gefragter Gastdirigent, vor allem bei Opernproduktionen des Barock und der frühen Klassik, ist sich Konrad sicher: Die spannendsten Libretti stammen aus dem Alten Testament!
www.konrad-junghaenel.de | www.cantuscoelln.com

Marion Eckstein
entstammt einer Winzerfamilie an der Mosel und wuchs auf einem Weingut auf, auf dem sie noch heute mit ihrer Familie ausgesuchte Brände destilliert. Nach dem Studium der Germanistik und Schulmusik wandte sie sich dem Gesang zu und sang unter C. Arming, I. Bolton, R. Frühbeck de Burgos und J.-P. Saraste bei den Salzburger Festspielen, im Concertgebouw Amsterdam, dem Festspielhaus Baden-Baden und der Suntory Hall Tokio. Auf der Opernbühne war sie bei den Salzburger Festspielen als Dido in Purcells Dido and Aeneas,  als Blumenmädchen und Stimme von oben im Wagners Parsifal im Teatro Real Madrid sowie am Staatstheater Wiesbaden als Bradamante in Händels Alcina unter der Leitung von K. Junghänel zu erleben. Marion wirkte 2010 unter der Leitung von Thomas Hengelbrock an der Einspielung der CD Lotti, Zelenka, Bach mit, die mit dem Gramophone Award  ausgezeichnet wurde.
www.marion-eckstein.de

Vor seiner Sängerlaufbahn absolvierte der Bassbariton Raimund Nolte zunächst ein Mathematik-, Schulmusik- und Violastudium. Nach ersten Bühnenerfahrungen an der Düsseldorfer Oper, verbanden ihn Festengagements ab 1996 mit der Komischen Oper Berlin und dem Opernhaus Halle, wo er in den großen Partien seines Fachs und auch als ausgewiesener Händel-Spezialist gefragt war. Gastengagements führten ihn in den letzten Jahren u.a. an die Staatsopern in Hamburg und Berlin, die Dresdner Semperoper, die Pariser Opéra Bastille, das Teatro Real in Madrid und zu den Bayreuther Festspielen. Ebenso ist Raimund als Konzertsänger international gefragt. Von den unter seiner Mitwirkung entstandenen CD-Produktionen sei die Gesamtaufnahme der italienischen Solokantaten für Bass von G.F. Händel hervorgehoben. Raimund unterrichtet an der HfMT Köln Gesang.
www.raimund-nolte.de

Alex Potter, Countertenor: Als ich noch ein kleines Kind war, pflegte meine Mutter stets für mich zu singen, was mich dazu veranlasste, es ihr gleich zu tun. Schon damals schien mir ihre Stimme untrennbar mit Emotionen verbunden zu sein, was sich auch bis heute nicht geändert hat. In meiner Zeit als Chorknabe verknüpfte sich diese emotionale Basis mit einer ausgeprägten Faszination für Text und Symbolik in der Musik, die im Zuge meiner Studien in Oxford und Basel noch eine Erweiterung und Vertiefung erfuhr. Diesen Wurzeln über beinahe zwanzig Jahre meiner Karriere treu geblieben und bereichert durch das Schöne und Traurige, das mir das Leben beschert, höre ich nicht auf, mich als Sänger, Musiker und Mensch weiterzuentwickeln. Heutzutage hört man mich zumeist als Bachinterpret, doch natürlich liebe ich es ebenso, die Musik anderer Komponisten zu singen. Wenn ich gerade nicht auf der Bühne stehe, trifft man mich am ehesten zu Hause bei meiner Familie an, beim Lesen von »something geeky«, Zeit im Internet verplempern oder kochen. Das Teilen und den Austausch mit anderen Menschen – sei es Musik, Essen oder Erfahrungen und Ansichten – empfinde ich als eine der größten Freuden im Leben.
www.alexpotter.info

Gramophone beschreibt Miriam Allans Gesang als »bezaubernd« und »beeindruckend«. Sie schätzt sich glücklich, mit vielen der renommiertesten musikalischen Leiter und Ensembles gearbeitet zu haben, darunter Sir J.E. Gardiner, W. Christie, L. Cummings, L.U. Mortensen, dem Monteverdi Choir, den Sydney Philharmonia Choirs, dem Concerto Copenhagen, dem Auckland Philharmonic, dem Gewandhaus Kammerchor, der Israel Camerata und dem Melbourne Symphony Orchestra. Auf der Opernbühne trat Miriam in Produktionen für die Opéra Comique, das Glyndebourne Festival, die Pinchgut Opera und für Les Arts Florissants mit Musik von Purcell, Cavalli, Händel, Vivaldi und Rameau auf. Auch im zeitgenössischen Repertoire zu Hause, blickt Miriam auf eine rege Zusammenarbeit mit der Sinfonia Australis und dem herausragenden Aurora Orchestra in London zurück. Aktuell gab Miriam ihr Debüt mit der Academy of Ancient Music (Monteverdi, L’incoronazione di Poppea) und trat mit dem Dunedin Consort in Konzerten mit Musik von Bach und Händel auf.
www.miriamallan.com

Der Tenor Nick Pritchard wuchs in Sussex (Großbritannien) auf und lebt nun mit seiner Frau im Südwesten Londons. Er studierte Musik an der Universität Oxford und Gesang am Royal College of Music. Bis heute lernt er nicht nur viel von seinen Lehrern beider Institutionen, sondern tritt auch mit vielen von ihnen auf. Nicks Leidenschaft gehört der Alten Musik, insbesondere der Musik Bachs und Händels; so arbeitet er gerne mit auf Barockmusik spezialisierten Chören und Orchestern, darunter The English Concert, The Monteverdi Choir, Ensemble Pygmalion und The Orchestra of the Age of Enlightenment. Opernprojekte sind ebenfalls ein wichtiger Bestandteil seines künstlerischen Lebens und vergangene wie auch zukünftige Engagements schließen die Zusammenarbeit mit The Royal Opera House, The Aldeburgh Festival, Irish National Opera und Opéra national du Rhin ein. Nick wurde in der WhatsOnStage Opera Poll 2017 zum »Breakthrough Artist in UK Opera« gewählt.

Der Chor der Slowenischen Philharmonie wurde 1991 als professionelles Vokalensemble gegründet. Bis Herbst 2009 wurde dieser von Dr. Mirko Cuderman, von 2009 bis 2017 von Martina Batič und Steffen Schreyer geleitet. Die 40 Sängerinnen und Sänger sind seit 1998 Teil der Slowenischen Philharmonie und bringen jährlich rund 35 Konzerte unterschiedlicher Programme zur Aufführung. Der Schwerpunkt liegt dabei hauptsächlich auf dem a-cappella-Repertoire aus verschiedenen musikalischen Epochen, das vor allem in der Vokalmusikserie der Philharmonie präsentiert wird. Darüber hinaus arbeitet der Chor für die Aufführung vokal-instrumentaler Werke mit dem Philharmonischen Orchester Slowenien zusammen und konzertiert mit anderen slowenischen und internationalen Klangkörpern. Bisher wirkte der Chor an über 80 CD-Aufnahmen mit, die in den Sammlungen Musica sacra Slovenica und Slovenska zborovska glasba erschienen sind und eine Auswahl sakraler und säkularer slowenischer Chormusik beinhalten. 2016 wurde der Chor, dessen künstlerische Leitung aktuell in den Händen von Dr. Borut Smrekar liegt, in das Tenso Network Europe aufgenommen.
www.filharmonija.si

Arte dei Suonatori
wurde 1993 von den Violinisten Ewa und Aureliusz Goliński in Poznań (Polen) gegründet und zählt mittlerweile zu den international bekanntesten Ensembles aus Polen. Sein Repertoire umfasst mehr als 700 Kompositionen und deckt ein breites Spektrum von Stilrichtungen und Formen der Musik des 17. und 18. Jahrhunderts ab. Seit 1998 veranstaltete das Ensemble eine Vielzahl von Konzertreihen im Bereich der Alten Musik, aus denen sich schon bald das Festival Early Music – Persona Grata entwickelte, welches inzwischen zu den bedeutendsten für Alte Musik in Polen zählt. Arte dei Suonatori tritt regelmäßig in ganz Europa, aber auch in den Vereinigten Staaten auf und seine Konzerte wurden von zahlreichen europäischen Rundfunksendern ausgestrahlt. Seit Beginn seiner Tätigkeit arbeitet das Ensemble mit vielen renommierten Künstlern der Alten Musik-Szene zusammen, wobei M. Gester, R. Podger, A. Kossenko, B. Roed, R. Goebel, D. Laurin und R. Invernizzi stellvertretend genannt sein sollen. Arte dei Suonatoris unbändige Spielfreude und seine Musizierweise stießen bald auf lebhaftes internationales Interesse, das auch in zahlreichen Auszeichnungen für seine CD-Produktionen zum Ausdruck kommt.
www.artedeisuonatori.pl

TICKETS