
L’inatteso paesaggio della Seconda Pratica
ÜBERRASCHENDES IN DER ITALIENISCHEN
MUSIKLANDSCHAFT DES 17. JAHRHUNDERTS
Eigentlich wollte der Theorbist Franco Pavan, uns allen in den letzten Jahren besonders ans Herz gewachsener Stammgast bei der Trigonale, ja nur unsere Meinung zu einer Idee einholen, deren Realisierung ihm seit vielen Jahren ein Herzenswunsch ist: Ein Meisterkurs, in dem er die Gelegenheit bekommt, mit jungen Sängerinnen und Sängern an der authentischen sprachlichstilistischen Interpretation der italienischen Musik des 17. Jahrhunderts zu arbeiten, denn durch seine jahrzehntelange Erfahrung als Lehrer weiss er nur zu gut, wie schwierig dieses Unterfangen für Nichtmuttersprachler ist.
Doch mit dem Äußern von Herzenswünschen sollte man – besonders bei der trigonale – vorsichtig sein, denn sie könnten in Erfüllung gehen. Mit der Gambistin Rebeka Rusó – umjubelte Titelheldin der trigonale 2010 – und den beiden herausragenden Künstlerinnen Alina Rotaru am Cembalo und an der Orgel sowie Reinhild Waldek an der Harfe stellen wir ihm Musikerinnen zur Seite, die besser nicht gewählt sein könnten. Dass in puncto Sängerinnen und Sänger die Wahl auf unsere wunderbaren Singers in Residence fallen würde, sollte niemanden überraschen.
Wir sind davon überzeugt: Dieses Konzert wird auch alle Wünsche unseres Publikums erfüllen!
Rebeka Rusó – Viola da gamba
Reinhild Waldek – Harfe
Alina Rotaru – Cembalo, Orgel
SINGERS IN RESIDENCE
Hanna Herfurtner – Sopran
Ida Aldrian – Alt
Jan Petryka – Tenor
Ulfried Staber – Bass
Franco Pavan – Theorbe, Gitarre, Leitung
Die international renommierte slowakische Gambistin und Cellistin Rebeka Rusó stammt aus einer Musikerfamilie und erhielt ihre erste musikalische Ausbildung in ihrer Geburtsstadt Bratislava. Während ihres Cello Studiums
besuchte sie zahlreiche Kurse für alte Musik, wobei sie ihre Faszination für die Viola da gamba entdeckte. Auf ihr abgeschlossenes Cello Studium in Bratislava folgte das Studium der Gambe bei Wieland Kuijken am Königlichen Konservatorium in Brüssel, wo sie 1996 ihr Diplom mit Auszeichnung erlangte. Weitere Studien führten sie nach Basel an die Schola Cantorum zu Paolo Pandolfo und Christophe Coin (Barockcello). Außerdem besuchte sie Meisterkurse bei Jordi Savall.
Sie ist Preisträgerin des ersten internationalen Bach Abel Gambenwettbewerbs in Köthen 1997. Als Mitglied und als Solistin namhafter Barockensembles wie La Petite Bande, Hespérion XXI, Le Parlement de Musique, La Chapelle Rhénane, Musica Fiorita, Marais Consort und Labyrinto spielt sie regelmäßig Konzerte bei zahlreichen Alte Musik Festivals in Europa, Südamerika, China und Japan und hat in zahlreichen Aufnahmen mitgewirkt.
Sie ist Mitglied des Basler Gambenconsorts Concerto di Viole. Eine langjährige künstlerische Zusammenarbeit verbindet sie mit Paolo Pandolfo. Als Lehrerin am Conservatoire de Strasbourg sowie an der Musikhochschule Leipzig gibt sie die Liebe und Leidenschaft für das Gambenspiel an ihre Schüler und Studenten weiter.
Auf ihrer ersten Solo-CD »Touch me Lightly« (PanClassics 2008) ließ sie sich durch die Affinität der Gambe zur Laute
inspirieren. www.rebekaruso.com
Reinhild Waldek ist als Spezialistin auf dem Gebiet der historischen Harfen international gefragt. Sowohl mit ihren eigenen Ensembles Vivante und Bella Discordia als auch als festes Mitglied der Ensembles Tasto Solo, Unicorn und Austria spielt sie Konzerte in ganz Europa. Als Continuospielerin wird sie regelmäßig von Ensembles wie L’Arpeggiata, der Akademie für Alte Musik Berlin, Private Musicke, Les Cornets Noirs, dem Ensemble Das Kleine Konzert und dem L’Orfeo Barockorchester eingeladen. Auftritte bei internationalen Festivals für Alte Musik (Utrecht, Brugge, Antwerpen, Wien, Innsbruck, St. Veit/Glan) sowie zahlreiche CD-Einspielungen, u.a. bei Harmonia Mundi und Alpha, belegen ihr vielfältiges Schaffen. Reinhild absolvierte ihre Studien am Linzer Brucknerkonservatorium sowie bei Walter van Hauwe, Sebastien Marq und Christina Pluhar in Holland. 2003 graduierte sie am Royal Conservatory in Den Haag zum Master of Music. Unterrichtstätigkeit u.a. an der Universität Mozarteum Salzburg sowie an der Kunstuniversität Graz. Reinhild Waldek ist als freischaffende Musikerin tätig und wohnt zur Zeit in Innsbruck.
Alina Rotaru studierte an der Universität für Musik ihrer Heimatstadt Bukarest Klavier und Chordirigat. Dort kam sie auch in Kontakt mit Alter Musik und gründete ihr erstes Ensemble. Nach ihrem Umzug nach Deutschland 1999 studierte sie Cembalo bei Siegbert Rampe und Wolfgang Kostujak in Duisburg, bei Carsten Lohff und Detlef Bratschke in Bremen sowie bei Bob van Asperen in Amsterdam. Alina ist Preisträgerin des 6. Biagio Marini Alte Musik Wettbewerbs. Sie konzertiert und gibt Meisterkurse innerhalb und außerhalb Europas. Ihr Debüt beim Festival Oude Muziek Utrecht fand 2012 statt. Zurzeit ist sie an der Hochschule für Künste Bremen als Lehrbeauftragte für Cembalo,
Korrepetition und historische Stimmung tätig. Aus ihren bisher veröffentlichten Aufnahmen sei die im Mai 2012 beim Label Carpe Diem Records erschienene Solo CD »FROBERGER Suites & Toccatas«, für die sie von der internationalen Fachpresse höchstes Lob erhielt, besonders hervorgehoben. »Alina Rotaru ist eine große Künstlerin, die diese Musik nicht nur in technischer Hinsicht auf makellose Weise zu bewältigen versteht, sondern auch tief mit der emotionalen Welt Frobergers verschmolzen zu sein scheint. Hier gehen Werk und Interpretin eine ideale Symbiose ein, und dies äußert sich in rund 64 Minuten Cembalomusik vom Feinsten«.
R. Aschemeier / The Listener, Mai 2012
Franco Pavan, der italienische Lautenist und Theorbist, vielen unserer Besucher durch seine Auftritte bei der trigonale und bei Kultur.Raum.Kirche bestens bekannt, ist seit vielen Jahren mit den wichtigsten italienischen Ensembles im Bereich der Alten Musik aufgetreten. Er arbeitet mit namhaften Dirigenten zusammen, hat in den bedeutendsten Konzerthäusern weltweit gastiert und unterrichtet die Fächer Laute und Kammermusik für historische Musikinstrumente am Conservatorio di Musica E. F. Dall’ Abaco in Verona.
Die Biografien der Singers in Residence finden Sie auf den Seiten 25 – 31
