13 | 14 | 15 | CLAUDIO MONTEVERDI: L’ORFEO (1607)

Favola in Musica in fünf Akten

Freitag, 25. Oktober | 19 Uhr – TICKETS
Samstag, 26. Oktober | 19 Uhr – TICKETS
Sonntag, 27. Oktober | 19 Uhr – TICKETS

Rathaus St. Veit/Glan

 

  • N A C H S P I E L   I M   O K T O B E R

JACOB LAWRENCE – Orfeo
EINAT ARONSTEIN – La Musica & Euridice
ROBERTA DIAMOND –  Proserpina & eine Nymphe
DORON SCHLEIFER – La Messaggera & La Speranza
ROMAN MELISH – ein Hirte
LOïC PAULIN – Eco & ein Hirte
GIACOMO SCHIAVO – Apollo & ein Hirte
LISANDRO ABADIE – Plutone & Caronte
FRANCISKA ANNA HAJDU, ROSWITHA DOKALIK – Violine
FRITHJOF SMITH, MATTHIJS LUNENBURG – Zink, Blockflöte
SIMEN VAN MECHELEN, CLAIRE MACYNTIRE, CATHERINE MOTUZ, JOOST SWINKELS, TOBIAS HILDEBRAND – Posaune
DOMEN MARINCIN, DÁVID BUDAI – Viola da gamba
GIOVANNA BAVIERA – Violone
FRANCESCA BENETTI, ORI HARMELIN – Theorbe

ELAM ROTEM – Cembalo, Orgel, Regal & musikalische Leitung
STEFAN SCHWEIGER – Bühne & Licht
ANN ALLEN – Regie

In der Musikgeschichte gilt L’Orfeo als die erste Oper, und in der Tat ist es das früheste Musiktheaterstück, das bis heute regelmäßig zur Aufführung gelangt. Doch ist die Bezeichnung »erste Oper« nicht ganz zutreffend, denn gesungene Theaterstücke mit Musik wurden schon ab dem Ende des 16. Jahrhunderts aufgeführt.

Der Begriff Oper kam erst einige Jahrzehnte später auf, dennoch ist nicht zu leugnen, dass Monteverdis Favola in Musica einen ersten und herausragenden Höhepunkt in der Entwicklung des Musiktheaters darstellte. So steht L’Orfeo mehr als alle anderen Werke seiner Zeit für die kurze, spannende Epoche um 1600, in der eine neue Tonsprache entstand.

Ein Zeitgenosse Monteverdis, der Komponist Emilio de’ Cavalieri, stellte den Anspruch, dass Musik die Gefühle des Publikums rühren und es zu Mitgefühl und Freude, zum Lachen und Weinen bewegen solle. Dieser Anspruch lässt sich durchaus als Leitgedanke der dramatischen Musik Italiens um 1600 verstehen. Und so ist es nur folgerichtig, dass für viele dramatische Werke dieser Zeit gerade der Orpheus-Mythos der griechischen Antike herangezogen wurde – schließlich bewegt Orpheus mit seiner Musik alle, die ihm lauschen. Wie Monteverdis L’Orfeo erfüllten diese Vertonungen den Anspruch einer Ars Poetica: es waren Musiktheaterwerke, in denen der Protagonist, selbst ein Musiker, mittels seiner besonderen Stärke – der Musik – Macht über Menschen, Götter und Natur ausübt.
Nach dem Tod seiner Braut Eurydike sieht sich Orpheus gezwungen, mit seiner Musik das Unmögliche zu erreichen: Er muss die Herzen der Herrscher der Unterwelt rühren und sie dazu bewegen, dass sie Eurydike wieder in die Welt der Lebenden freigeben. Der herausragenden Bedeutung der Musik für die Handlung trägt Monteverdi Rechnung, indem er sie ins Zentrum der Aufmerksamkeit stellt, anstatt sie lediglich als Vehikel für den Textvortrag zu nutzen. Das Stück beginnt mit einem Prolog, in dem die Musik in Gestalt einer Person (La Musica) selbst auftritt, und setzt mit einer innovativen und abwechslungsreichen Abfolge von Solo-, Chor- und Instrumentalabschnitten fort.
Orpheus’ Flehen an den Pforten der Unterwelt hebt den besonderen Stellenwert der Musik in diesem Drama hervor.
Hier zollt Monteverdi der Musik seiner Zeit und all ihren Ressourcen Tribut: Der Klagegesang Orpheus’, von einer Orgel begleitet, steigert sich zu solcher Virtuosität, dass er das Maß der menschlichen Vorstellung zu übersteigen scheint – ganz so, wie es einem Halbgott gebührt.

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ÜBER DIE KÜNSTLER

Ann Allen wurde früh vom Alte Musik-Bazillus infiziert und hat sich davon nie ganz erholt. Sie studierte Musik an der Manchester University, bevor sie sich als Spielerin historischer Holzblasinstrumente an der Royal Academy of Music in London, an der Schola Cantorum Basiliensis sowie an der Sorbonne in Paris auf historische Aufführungspraxis spezialisierte. Heute ist sie freiberuflich als Musikerin in ganz Europa tätig und leitet das von ihr mitbegründete Alte Musik-Crossover Festival NOX ILLUMINATA sowie ihr auf Musik des Mittelalters spezialisiertes Ensemble MEDIVA. Ann kombiniert auch gerne Musik mit visuellen Elementen und hat mit Musikern, Tänzern und Schauspielern zusammengearbeitet, mit denen sie eine Vielzahl von Bühnenkonzerten gestaltet hat, überdies inszenierte sie zahlreiche Opern in England, der Schweiz, Deutschland und Österreich. Zu ihren jüngsten Projekten zählt eine Jazz-Barock-Version von Purcells Dido and Aeneas mit dem Vokalensemble Larynx und Ulrike Hofbauer sowie eine auf Poulencs La Voix Humaine basierende »psychologische Verflechtung« mit der Sängerin Rebecca Ockenden und der Tänzerin Kendra Walsh.

Der Cembalist, Komponist und Sänger Elam Rotem ist Gründer sowie Leiter des Vokalensembles Profeti della Quinta. Im Zuge seiner musikalischen Ausbildung an der Schola Cantorum Basiliensis in Basel spezialisierte sich der vielseitige Künstler auf die historische Aufführungspraxis. Seinen Masterabschluss erwarb er hierauf im Fach Continuospiel; ein weiterer Masterabschluss sollte in den Fächern Improvisation wie auch Komposition folgen. Im Jahr 2014 rief Elam die preisgekrönte Online-Plattform Early Music Sources ins Leben, die ihren Nutzerinnen und Nutzern Zugang zu zahlreichen Werken der Alten Musik bietet. Zwei Jahre später schloss er mit Auszeichnung sein Postgraduiertenstudium mit einer Arbeit über die frühe Praxis des Continuo-Spiels am Beispiel der Musik von Emilio de‘ Cavalieri ab, wobei er dies im Rahmen der jüngst eingeführten Zusammenarbeit zwischen der Schola Cantorum Basiliensis und der Universität Würzburg tun konnte.
www.earlymusicsources.com

TICKETS FÜR DEN 25.10.
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