
Metamorphosen der Viola da gamba
Das Geheimnis der frühen Viola da gamba-Virtuosen – unter ihnen vergessene Namen wie Oratio Bassani, Alfonso Ferrabosco, André Maugart oder Henry Butler – liegt zu einem grossen Teil in ihrer erstaunlichen Improvisationsgabe. Und blicken wir auch auf mehrere Jahrzehnte zurück, in denen von uns die Alte Musik, und damit auch das magische und vielfältige Repertoire der Viola da gamba, neu entdeckt wurden, so bleibt dennoch eine Frage bis zum heutigen Tage unbeantwortet: Kann es den Gambisten unserer Tage gelingen, die musikalische und expressive Freiheit zu erlangen, die diesen grossen alten Meistern zu eigen war?
Paolo Pandolfo begann seine musikalische Laufbahn als Jazz-Musiker. Später wurde er zu einem der angesehensten Spezialisten für Alte Musik – prägend für eine ganze Generation von Studenten. Doch soll es vorkommen, dass der Wanderer auf langen und verschlungenen Pfaden zurück in die Nähe seines Ausgangspunkts gelangt … Paolo gibt uns eine Kostprobe aus seinem breitgefächerten Solorepertoire, das von M. Marais bis St. Colombe reicht und lässt uns teilhaben an seiner geliebten Transkription der Cello-Suiten von Bach. Überdies wird er sich wie auch das Publikum mit einigen gänzlich improvisierten Stücken herausfordern und Musik im Spiel schaffen – wie es schon Bassani, Mozart oder Coltrane vor ihm taten.
