G.B. Pergolesi (1710 – 1736)
Stabat Mater

Es stand die Mutter schmerzerfüllt … So beginnt das mittelalterliche Reimgebet »Stabat mater«, das Maria in ihrem Schmerz um den gekreuzigten Sohn besingt und als gesungene Sequenz in der Liturgie Verwendung fand. Im Jahr 1521 wurde es sogar in das Missale Romanum, das amtliche Messbuch für den römischen Ritus, aufgenommen, jedoch – wie fast alle Sequenzen – durch das Konzil von Trient nur wenige Jahrzehnte später wieder aus dem Gottesdienst verbannt. Erst 1727 – bei der Einführung des Festes »Septem Dolorum Beatae Mariae Virginae«, das am 15. September gefeiert wird – erfolgte die Wiederaufnahme in die katholische Liturgie. Kaum ein Jahrzehnt danach erhielt G. B. Pergolesi von der Confraternità dei Cavalieri di S. Luigi di Palazzo den Auftrag zu einer Neuvertonung des Stabat Mater, welche jene von A. Scarlatti ersetzen und mit derselben sparsamen Besetzung – zwei Stimmen, Streicher und Basso continuo – auskommen sollte. Scarlattis Stabat Mater, erst wenige Jahre zuvor entstanden, galt zu dieser Zeit bereits als veraltet und entsprach nicht mehr dem musikalischen Geschmack.

Entstanden nur kurz vor seinem Tod im März 1736, gilt Pergolesis Stabat Mater als letzte vollendete Komposition aus der Feder des mit nur 26 Jahren allzu früh Verstorbenen. Den großen Erfolg seines Werkes – auch abzulesen an der Vielzahl der davon angefertigten Abschriften und Bearbeitungen – konnte er selbst leider nicht mehr erleben.

Bis in unsere Zeit widmeten sich viele andere Komponisten der Vertonung des Stabat Mater als Inbegriff einer geistlichen Klageszene. Stellvertretend seien J. Haydn, F. Schubert, G. Rossini, G. Verdi und F. Poulenc genannt. Doch warum ist es gerade Pergolesis Version, die wohl am häufigsten zur Aufführung gelangt? Es mag daran liegen, dass er darin den strengen, würdevollen Satz eines Kirchenstils mit der anmutigen Melodik seiner Opernarien verbindet und so einen Reichtum des Ausdrucks schafft, der zeitlose Gültigkeit besitzt.

ensemble in residence

Singers in Residence
Jenny Högström – Sopran Ida Aldrian – Alt
Magdalena Hasibeder – Cembalo & Leitung

Magdalena Hasibeder wurde in Linz geboren, wo sie am Musikgymnasium und an der Anton Bruckner Privat- universität ihre erste musikalische Ausbildung erhielt. Weitere Studien in Orgel und Cembalo, Alte Musik und Instrumentalpädagogik führten sie an die Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und an die Schola Cantorum Basiliensis. Zu ihren Lehrern gehören Wolfgang Glüxam, Andrea Marcon, Michael Radulescu, Augusta Campagne und Rudolf Lutz. Seit 1997 tritt Magdalena Hasibeder in Orgel- und Cembalokonzerten bei Festivals und Konzertreihen in ganz Europa auf, u.a. Händel-Festspiele Göttingen, Styriarte Graz, Jeunesse Austria und Resonanzen Wien. Sie ist Preisträgerin bei mehreren internationalen Orgelwettbewerben, darunter Paul-Hofhaimer-Wettbewerb Innsbruck, Orgelwettbewerb in Herford und Georg-Muffat-Wettbewerb in Schlägl. Eine rege Ensembletätigkeit begleitet ihre Laufbahn von Beginn an. Als gefragte Continuo-Spielerin und Solistin wirkt sie in zahlreichen namhaften Klangkörpern mit, u.a. La Cetra Barockorchester, Venice Baroque Orchestra, Bruckner Orchester Linz, Il Concerto Viennese. Seit 2010 war sie wiederholt Assis-tentin von Andrea Marcon am Theater Basel und debütierte dort 2012 am Pult von La Cetra bei Purcell’s Fairy Queen. Ebenfalls 2012 gründete sie die Konzertreihe »Diapsalma – Geistliche Konzerte St. Arbogast« in Muttenz (Schweiz), die sie seither als künstlerische Leiterin betreut. Neben ihrem Hauptinteresse, das der Alten Musik gilt, arbeitete Magdalena Hasibeder auch immer wieder mit österreichischen Komponisten wie Rudolf Jungwirth, Balduin Sulzer und Michael Radulescu zusammen, von denen sie be- reits einige Werke uraufführen durfte, zuletzt die 8. Sinfonie von Balduin Sulzer für Orchester, Sopransolo und konzertante Orgel im Brucknerhaus Linz und im Musikverein Wien. Magdalena Hasibeder arbeitete als Korrepetitorin an der Schola Cantorum Basiliensis und unterrichtet seit 2012 an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Ihre erste Solo-CD erschien im Mai 2013 beim Label Raumklang und wurde mit dem Pasticciopreis des österreichischen Kultursenders Ö1 ausgezeichnet.    www.magdalenahasibeder.at