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Musica Globus

KLÄNGE VON BARBARISCHER SCHÖNHEIT

Als G. P. Telemann 1704 in Sorau (heute Zary, gelegen im Westen Polens) am Hofe Seiner Exzellenz, dem Grafen Erdmann von Promnitz, die Stelle des Kapellmeisters antrat, geschah es, dass er Klänge hörte, die ihn für den Rest seines Lebens inspirieren sollten: die polnische Musik und die Musik der Hannaken (aus Mähren stammende Tschechen). Begeistert schreibt er in seiner Autobiographie: »Wenn man notieren wollte, was da alles gespielt wurde, dann hätte man nach einer Woche genug Ideen für den Rest seines Lebens. Wenn man das zum eigenen Vorteil zu nutzen versteht, lässt sich aus dieser Musik soviel Gutes gewinnen.«

Unser Ensemble in Residence, der Geigenvirtuose Miloš Valent und Jan Rokyta, Meister im Spiel auf dem Cimbalom*, eines jener Instrumente, die auf Telemann große Faszination ausübten, lassen uns tief eintauchen in die Welt barbarisch schöner Musik – entstanden im Spannungsfeld zwischen volkstümlicher Musik und den Werken G. P. Telemanns. * ein dem Hackbrett verwandtes Instrument

ENSEMBLE IN RESIDENCE
Barbara Altobello, Barbara Barros,
Katarina Bengtson, Kristin Deeken,
Clara Mühlethaler, Dasa Valentova – Violine
Johannes Heim, Magda Małecka – Viola
Tom Pitt, Gyöngy Erödi – Cello
Christine Sticher – Kontrabass
Christian Kjos – Cembalo

Jan Rokyta – Cimbalom
Baykal Dogan – Percussion
Miloš Valent – Violine, Leitung

Miloš Valent wurde 1960 geboren und studierte Violine am Konservatorium von Žilina bei Bohumil Urban und anschließend an der Akademie für Musik und darstellende Kunst in Bratislava bei Bohdan Warchal. Aufgrund seiner Liebe zur Alten Musik begann er seine berufliche Laufbahn als Mitglied des slowakischen Ensembles Musica Aeterna, bei dem er von 1982 bis 1998 spielte. Während seiner Zusammenarbeit mit verschiedenen Ensembles für Alte Musik im Ausland konnte er seine Erfahrung in historischen Aufführungspraktiken erweitern. 1995 gründete er sein eigenes Ensemble: Solamente Naturali zeichnet sich durch eine flexible Besetzung vom Kammerensemble bis zum Barockorchester aus und hat sich der Interpretation der Musik des 17. und 18. Jahrhunderts auf historischen Instrumenten verschrieben. Der Name des Ensembles – Einfach natürlich – entspricht Miloš Valents eigenem künstlerischem Credo: bei der Wiederentdeckung alter Partituren setzt er auf Spontaneität und Natürlichkeit, oftmals mit derben oder rustikalen Elementen. Häufig schöpft er aus seiner Improvisationsgabe und seiner Erfahrung aus dem populären Repertoire. Seit 1993 arbeitet Miloš regelmäßig mit dem bekannten Ensemble Tragicomedia zusammen, seit 1997 ist er Konzertmeister des Orchesters Teatro Lírico. Seine langjährige künstlerische Partnerschaft mit Stephen Stubbs, dem herausragenden amerikanischen Lautenisten und künstlerischem Leiter der beiden genannten Ensembles, führte zu mehreren Projekten für Violine und Laute. Ebenso erwähnenswert ist Valents Zusammenarbeit mit der aus Bremen stammenden Gruppe Fiori Musicali, mit Tirami Su in London, mit der Niederländischen Bachvereinigung in Utrecht, mit dem Ensemble Musicalische Compagney in Berlin oder den tschechischen Ensembles Musica Florea und Ritornello. Er lehrte an der Musikhochschule Malmö, dem Konservatorium in Genf, der Hochschule für Kunst in Bremen und an der Týn-Schule in Prag. Das bekannte CD Label ECM veröffentlichte drei CDs mit Miloš. Mit seiner Verwurzelung in der Folklore Tradition und seinem Improvisationstalent ist er ein vielseitiger Musiker, der sich neben der Alten Musik auch verschiedenen Crossover Projekten widmet. Eine rege Zusammenarbeit verbindet ihn mit dem norwegischen Jazz Musiker Jon Balke.

Jan Rokyta studierte Cimbalom bei Ludmila Dadáková am Musikkonservatorium in Bratislava (Slowakei) und Blockflöte bei Walter van Hauwe und Paul Leenhouts am Sweelinck Konservatorium in Amsterdam. Er spielte unter anderem mit dem Cimbalom Orchester Technik in Ostrava (Tschechische Republik), das 1958 von seinem Vater, Jan Rokyta sen., gegründet wurde. Ebenso trat er mit dem Rundfunk Philharmonieorchester Bratislava auf, sowie später in Holland mit dem Schönberg Ensemble, dem Nederlands Blazers Ensemble, dem New Ensemble und dem Prometheus Ensemble (Belgien). Von 1995 bis 2002 war Jan Mitglied des Internationalen Tanztheater Orchesters Amsterdam. Dort sammelte er weitreichende Erfahrungen in den Bereichen Welt- und Folkmusik. Seit kurzem arbeitet er mit der berühmten jüdischen Sängerin Shura Lipovsky zusammen.

Außerdem gründete er ein Cimbalom/Panflötenduo mit seiner Frau Liselotte Rokyta. Zusammen präsentieren sie ein Programm, das klassische Musik mit Weltmusik kombiniert. Ganz im Sinne der Aktivitäten rund um die Musical Wines fügte Jan seinen zahlreichen Qualifikationen 2002 ein Weinzertifikat hinzu. In den Jahren 2003 und 2004 nahm er an intensiven Schulungen an der Weinakademie in Maarn teil und trägt seit Oktober 2004 den Titel des »Weinakademikers«.