ossiach
Vienna – Venezia

Samstag, 1. Juli | 20 Uhr
Alban Berg Konzertsaal, Ossiach

Alena Dantcheva – Sopran
Ensemble Miszla Baroque

Monika Tóth, Elicia Silverstein – Violine
Gianni Maraldi – Viola
Diana Vinagre – Cello
Takashi Watanabe – Cembalo
Simone Vallerotonda – Theorbe
Szilàrd Chereji – Kontrabass

G.J. Werner
Neuer und sehr curios-Musicalischer
Instrumental Calender (1748)

Im Brachmonat:
Der liebliche Sommer, Die Sonn im Krebs,
Ein Erdbeben, Menuet, Zeit-Vertreib

A. Vivaldi
Motetto per soprano e archi –
O qui coeli terraeque serenitas RV 631

G.J. Werner
Im Heumonat:
Der Faullentzende, Menuet, Ein Donner-Wetter,
Stilles Wetter, Der Keller

– Pause –

A. Vivaldi
Le Quattro Stagioni –
La Primavera, L’Estate, L’Autunno, Inverno

Karten für dieses Konzert sind zum Preis von 28 | 33 | 38
Euro bei den trigonale-Vorverkaufsstellen sowie bei der
CMA Ossiach (+43 (0)4243 / 45594erhältlich.

Gregor Joseph Werners Neuer und sehr curios-Musicalischer Instrumental Calender zählt zu den bekanntesten Werken des 1693 in Ybbs an der Donau geborenen Komponisten, aus dessen frühem Leben uns sehr wenig bekannt ist. Nur, dass er vermutlich ein Schüler des österreichischen Barockkomponisten und Musiktheoretikers Johann Joseph Fux war und ab 1716 als Organist im Stift Melk wirkte, bevor er 1728 das Amt des Hofkapellmeisters bei Fürst Anton Esterházy in Eisenstadt antrat. Den Schwerpunkt in seinem Schaffen bildete die Kirchenmusik. Er komponierte an die 50 Messen, Te Deen, Vespern, Litaneien, Lamentos und zahlreiche deutschsprachige Oratorien. 1761 sollte Joseph Haydn zu seinem Stellvertreter werden, um nach und nach dessen Aufgaben und Amt zu übernehmen. Werners Bewunderung für Haydn hielt sich allerdings in Grenzen. so wissen wir aus historischen Quellen, dass er diesen wenig schmeichelhaft einen »Gsanglmacher« nannte, was Haydn aber nicht davon abhalten sollte, noch 1804 eine Sammlung von Präludien und Fugen aus Oratorien seines einstigen Vorgesetzten »aus besonderer Achtung gegen diesen berühmten Meister« herauszugeben. Schwer vorstellbar, dass Antonio Vivaldis Musik schon bald nach dessen Tod in Vergessenheit geriet und erst am Beginn des 20. Jahrhunderts das Interesse an seiner Musik langsam wieder erwachte, galt doch der Sohn der Serenissima im 18. Jahrhundert als bekanntester Musiker Europas. Selbst Johann Nikolaus Forkel, der erste Bach-Biograph, schreibt über den herausragenden Komponisten, Violonisten und Lehrer, dass er es gewesen sei, der den großen Thomaskantor »musikalisch denken gelehrt habe«. Als Vivaldi 1678 ganze zwei Monate zu früh – und während eines Erdbebens – das Licht der Welt erblickte, glaubte wohl niemand daran, dass diesem kleinen und schwachen Wesen eine so große Zukunft beschieden sein könnte, weswegen man ihn unmittelbar nach der Geburt nottaufte. Es sollte ganz anders kommen. Bereits in jungen Jahren zeigte Antonio seine außerordentliche musikalische Begabung, er soll sogar seinen Vater, der ab 1685 am Markusdom als Violinist tätig war, immer wieder vertreten haben, ehe er mit 15 Jahren die Tonsur und die erste niedere Weihe empfing. Mit nur 24 Jahren wurde er zum Priester geweiht und trat die Stelle eines Kaplans an der Kirche Santa Maria della Pietà an. Bald danach wurde er auch Violinlehrer am der Kirche angegliederten Waisenhaus für Mädchen, dem Ospedale della Pietà. Nur ein Jahr später gab er die Ausübung des Priesteramtes auf und widmete sich fortan ganz dem Unterrichten und Komponieren. Für das von ihm betreute Orchester des Ospedale, das bald einen legendären Ruf erlangen sollte, schrieb er den größten Teil seiner Violinkonzerte und Sonaten, die ursprünglich für die Verwendung im Gottesdienst entstanden. Bereits während seiner Zeit am Ospedale begann er mit dem Komponieren von Opern. Bis 1739 sollte er es auf über 50 Werke dieser Gattung bringen.

1725 – Vivaldi befand sich am Höhepunkt seiner Karriere – entstanden Die vier Jahreszeiten (Le quattro stagioni), jene vier Violinkonzerte, die als Teil seiner Sammlung Op. 8 unter dem Titel Il cimento dell’armonia e dell’inventione (Das Wagnis von Harmonie und Erfindung) noch im selben Jahr erschienen und an Popularität wohl von keinem anderen seiner Werke übertroffen werden. Ein berührend schönes Beispiel für Vivaldis umfangreiches geistliches Werk, das erst in den vergangenen Jahren vermehrt die ihm zustehende Aufmerksamkeit erfährt, finden wir in der Motetto per soprano e archi – O qui coeli terraeque serenitas (für Sopran und Streicher, RV 631), an diesem Abend dargebracht von der herausragenden, aus Bulgarien stammenden Sopranistin Alena Dantcheva. Als nach 1730 Vivaldis Kompositionen das venezianische Publikum – wohl als Folge des sich wandelnden Musikgeschmacks – immer weniger ansprachen, begann auch dessen Ruhm zu verblassen. Vermutlich bewog ihn dieser Umstand dazu, 1740 seine Heimat zu verlassen und nach Wien zu ziehen, in der Hoffnung, am Hof von Karl VI., dem Vater Maria Theresias, Unterstützung zu finden. Diesmal hatte das Schicksal es nicht gut gemeint mit dem einstmals bekanntesten Musiker Europas: Karl VI. starb schon kurz nach Vivaldis Ankunft in Wien, nur wenige Monate später sollte auch sein eigenes Leben – vollkommen unbeachtet von der Musikwelt der damaligen Zeit – in der Hauptstadt des Kaiserreiches zu Ende gehen.


Feierlicher Gottesdienst
Zelebrant: Stiftspfarrer Mag. Erich Aichholzer

Sonntag, 2. Juli | 10 Uhr
Stiftskirche Ossiach

Musikalische Gestaltung:
Alena Dantcheva – Sopran
Ensemble Miszla Baroque

Monika Tóth, Elicia Silverstein – Violine
Gianni Maraldi – Viola
Diana Vinagre – Cello
Takashi Watanabe – Orgel
Simone Vallerotonda – Theorbe
Szilàrd Chereji – Kontrabass

Folgende Werke gelangen im Gottesdienst zur Aufführung:

A. Vivaldi: Sinfonia Al Santo Sepolcro RV 169, Domine Deus (aus RV 589), Credo in unum Deum (aus RV 591), Concerto per archi in sol minore RV 157, Concerto per chitarra e archi in re maggiore – Largo (aus RV 93)

Georg Friedrich Händel: Se impassibile, immortale sei risorto (aus Ressurezione, HWV 47, Aria di Maddalena)

J.D. Zelenka: Christe eleison (aus Missa Votiva ZWV 18)