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La serva padrona
Intermezzo musicale in due parti

Die Termine:
Premiere Sonntag, 11. Juni 20 Uhr
Dienstag, 13. Juni 20 Uhr
Mittwoch, 14. Juni 20 Uhr
Freitag, 16. Juni 16 Uhr Kindervorstellung
Freitag, 16. Juni 20 Uhr
Samstag, 17. Juni 20 Uhr
Sonntag, 18. Juni 20 Uhr

Alicia Amo – Serpina (Sopran)
Sergio Foresti – Uberto (Bass)
Valentino Pagliei – Vespone (stumme Rolle)

Monika Tóth, Marco Piantoni – Violine
Andoni Mercero – Viola
Piroska Baranyay – Cello
Zaynab Martin – Kontrabass
Igor Davidovics – Theorbe
Guido Morini – Cembalo
Elisabeth Wulz, Philine Kleeberg Dramaturgie & Regie

Stefan Schweiger – Bühne & Technik

Als am 5. September 1733 im Teatro San Bartolomeo in Neapel aus Anlass des Geburtstages von Kaiserin Elisabeth Christine, der Mutter Maria Theresias, G.B. Pergolesis Dramma per musica Il prigionier superbo (Der hochmütige Gefangene) erstmals zur Aufführung gelangte, ahnte wohl niemand, dass das ernste Hauptwerk des Abends nur mäßige Begeisterung beim Publikum hervorrufen würde, wohingegen seine beiden komischen Intermezzi, gespielt in der zum Bühnenumbau benötigten Zeit zwischen den drei Akten von Il prigionier superbo, dem Komponisten neben dem in seinem Todesjahr entstandenen Stabat Mater ewigen Ruhm sichern sollten. So groß war die Begeisterung, dass La serva padrona – für jene Zeit sehr ungewöhnlich – über zwei Jahrzehnte ohne nennenswerte Veränderungen im Repertoire blieb, von Neapel ausgehend seinen Siegeszug durch mehr als 60 Theater in ganz Europa antrat und schließlich im Paris des Jahres 1752 zum Auslöser des später als Buffonistenstreit in die Geschichte eingegangenen Konfliktes zwischen Anhängern der Opera buffa und der französischen Oper werden sollte. Kaum verwunderlich also, dass sich dieses Werk auch heute noch ungebrochener Beliebtheit erfreut und viele vergleichbare Kompositionen seiner Epoche an Wirkung übertrifft und in seinen Schatten stellt.

DOCH NUN ZUR HANDLUNG:
Der griesgrämige alte Junggeselle Uberto hat es wahrlich nicht leicht mit seiner selbstbewusst-frechen Magd Serpina. Hätte er sie doch nur nicht so verwöhnt, damals, als er sie als junges Mädchen in seinen Haushalt aufnahm und ihr jeden Wunsch erfüllte, als wäre sie seine eigene Tochter. Das hat er nun davon: Anstatt ihrem Dienstgeber das Frühstück zu servieren, gebärdet sie sich ihrerseits als Herrin und macht Uberto und dessen Diener Vespone mit Beschimpfungen und Schlägen das Leben alles andere als angenehm. »Wie diesem unerträglichen Zustand entkommen«, fragt sich Uberto und sieht schließlich den einzigen Ausweg darin, Vespone damit zu beauftragen, ihm eine Braut zu suchen, denn kein Hausdrachen könne schlimmer sein als seine von ihm unbedingten Gehorsam einfordernde Magd. Weit gefehlt, denn schlimmer geht’s immer! Serpina, die sich selbst für die Auserwählte hält, durchkreuzt Ubertos Pläne, indem sie Vespone als Komplizen gewinnt, um mit List und seiner Hilfe Herrin des Hauses zu werden … Mit La serva padrona komponierte Pergolesi zweifelsohne das erste große Meisterwerk der damals neu aufkommenden Gattung und schlug damit zugleich eine Bresche in die Phalanx der ernsten Oper mit ihren abgehobenen Göttern, antiken Kaisern und verklärten Feldherren, die recht wenig mit der Lebenswelt der einfachen Bevölkerung zu tun hatte. So wurde der nur vier Jahre später leider allzu früh verstorbene Komponist ganz unbewusst auch zum Wegbereiter einer Entwicklung, in deren Folge sich die italienische Opera buffa, die französische Operá comique und mit etwas Verspätung auch das deutsche Singspiel überhaupt erst durchsetzen konnten. Was für ein Glück für uns, dass La serva padrona nach keiner opulenten Besetzung verlangt, sondern mit vergleichsweise bescheidenen Mitteln auf die Bühne zu bringen ist: Eine Sopranistin (Serpina), einen Bass (Uberto), einen stummen Diener (Vespone), ein Cembalo, eine Theorbe sowie fünf Streicher – mehr braucht es nicht, um den legendären Tonhof- Stadl zu jenem Zimmer im Italien des Jahres 1730 werden zu lassen, in dem sich die zeitlose Beziehungskomödie zugetragen hat.


Das gesamte Kapitel zu diesem Konzert – wie in unserem Reclam-Programmbuch 2017 abgedruckt – können Sie durch Klicken des Download-Buttons als PDF herunterladen.

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