Musik.Werkstatt.Portendorf

MATINEE SO, 03.05. | 11 Uhr

LA FORESTA INCANTATA
Konzert 02
Matinee

LA FORESTA INCANTATA

Der Versuch einer musikalischen Aufforstung.

„Weißt du, was ein Wald ist? Ist ein Wald etwa nur zehntausend Klafter Holz? Oder ist er eine grüne Menschenfreude?“ (Bertold Brecht)

Der Wald ist seit jeher ein Ort der Verwandlung: Betritt man ihn, überschreitet man eine Schwelle zwischen Bekanntem und Unbekanntem, als öffne sich ein Raum, in dem eine schier unerschöpfliche Fülle an Gefühlen, Empfindungen und Stimmungen Platz zu haben scheint: Freude, Trauer, Geborgenheit, Einsamkeit, Freiheit, Vergänglichkeit, Sehnsucht, Schönheit, Kraft und Ruhe …

Liegt es also nicht auf der Hand, dass der Wald den Menschen zu jeder Zeit eine reichlich sprudelnde Quelle der Inspiration war und so auch Künstlerinnen und Künstler danach trachteten, das in diesem einzigartigen Hallraum der Seele Erlebte und Empfundene in ihrem Schaffen zu verewigen?

Ja – das tut es! Begeben wir uns also in Begleitung barocker Komponisten auf musikalische Spurensuche durch den Forst.

Zu Beginn hören wir überschäumende Arien, die die ungezähmte Schönheit der Schöpfung besingen. Doch schon kurz darauf ziehen finstere Wolken auf und die Natur wird zur mitfühlenden Zeugin menschlichen Schmerzes. Je tiefer wir in den Wald vordringen, desto mehr offenbart dieser seine dunkelsten Geheimnisse – selbst wilde Tiere und Steine scheinen aus Mitgefühl zu weinen. In Momenten radikaler Einsamkeit stellen sich suchende Fragen: „Armer Mensch, warum bist du hier, so traurig, so allein?“

Doch lasst uns nicht in der Melancholie verharren! Die Seele kehrt nach Tränen und Schmerz in die Freude zurück und weiß nichts mehr zu verspüren als größte Erleichterung. Sanft wiegt sie sich zu Klängen überirdischer Schönheit, weich wie Moos und süß wie perlender Tau.

Im Schatten mächtiger Bäume finden wir einen ruhigen, abgeschiedenen Ort, an dem unsere intimsten Gedanken ganz ohne Angst ausgesprochen werden können, an dem Sorge, Neid, Eifersucht und Verzweiflung für immer verbannt sind und nur noch sanftes Murmeln und süßes Seufzen bleiben …

Mit Werken von Antonio Vivaldi (1678–1741), Alessandro Scarlatti (1660–1725), Sigismondo d’India (1582–1629), Georg Friedrich Händel (1685–1759), Francesco Cavalli (1602–1676), Francesco Geminiani (1687–1762), Henry Purcell (1659–1695) und Michel Lambert (1610–1696).

Helena Bregar – Sopran
Léna Ruisz, Tabea Höfer – Violine
Francesca Camagni – Viola
Peter Trefflinger – Cello
Eva Euwe – Violone
Elias Conrad – Theorbe
Natalia Olczak – Cembalo