
Dass Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) für Violine komponiert hat, dürfte allgemein bekannt sein. Auch wissen wir, dass er ab seinem 4. Lebensjahr von seinem Vater im Geigenspiel unterwiesen wurde; überdies brillierte er oftmals selbst als Solist in seinen eigenen Violinkonzerten.
Über Mozart und die Viola da gamba erfahren wir nur, dass er zeitlebens zu zwei bedeutenden Gambisten – C.F. Abel und J. Fiala – freundschaftliche Beziehungen pflegte. Und wie steht es um Mozart und das Kannel – ein Saiteninstrument aus Estland, ähnlich einem gezupften Cembalo? Fehlanzeige. Gut möglich, dass der weitgereiste Komponist ein solches erst gar nie zu Gesicht bekommen hat.
Wir können also getrost daraus schließen, dass er für die Instrumentalbesetzung, wie wir sie heute Abend erleben werden, niemals komponierte. Dieser Umstand hindert Kinga, André und Anna-Liisa jedoch keineswegs daran, sich mit größter Freude und Sorgfalt der Musik des Salzburger Wunderkindes, aber auch seiner Zeitgenossen, zu widmen. Durch raffinierte Arrangements mit viel Freiraum für Improvisation und Virtuosität gelingt es den Musikerinnen und Musikern, eine vielschichtige, abwechslungsreiche Klanglandschaft entstehen zu lassen, in der sich auch die Sopranistin Helena Bregar mit ihrer verblüffend wandelbaren Stimme souveränst zu bewegen weiß.
Helena Bregar – Sopran
Kinga Ujszászi – Violine
André Lislevand – Viola da gamba
Anna-Liisa Eller – Kannel