Nichts ist so stark wie die Liebe, möchte man meinen … Doch lassen Sie uns die Geschichte von Anfang an erzählen: Aeneas, der trojanische Prinz, flieht aus seiner brennenden Heimatstadt und ist von den Göttern dazu auserkoren, im Land seiner Ahnen eine neue Stadt – das spätere Rom – zu gründen. Mit seinem Gefolge segelt er über das Mittelmeer gen Westen und der Zufall will es, dass er auf seiner Reise an den Gestaden Nordafrikas auf die wunderschöne Königin des Karthagerreichs – Dido – trifft.
Augenblicklich ist er ihr verfallen, auch wenn die Angebetete zu Beginn seinem Werben nicht nachgeben will. Erst als auch sie vom Pfeil Amors getroffen wird, erbrennen beider Herzen in größter Liebe zueinander. Die Verheißung aber sieht anderes für Aeneas’ Leben vor, als an der Seite Didos ein geruhsames Leben in Karthago zu verbringen. Und da – wie wir nur zu gut wissen – die Helden der Antike noch viel obrigkeitshöriger als liebestoll waren, blieb Aeneas nichts anderes, als Dido zurückzulassen, weiterzusegeln und seine Mission zu Ende zu bringen.
Das Ende der Geschichte ist allgemein bekannt: Die verlassene Königin mit gebrochenem Herzen sieht keinen anderen Ausweg, als sich das Leben zu nehmen, doch nicht ohne uns zuvor eines der bewegendsten Lamenti der Musikgeschichte zu singen.
Henry Purcells einzige Oper, geprägt von besonderem melodischen Erfindungsgeist, erzählt auf eindrucksvolle Weise die Geschichte des trojanischen Helden und der karthagischen Herrscherin. In ihr kommen menschliche Leidenschaften ebenso wie Nöte, Sorgen und tiefste Verzweiflung, aber auch die Unerbittlichkeit des göttlichen Willens unverstellt zum Vorschein. Mit diesem Werk hinterließ uns der Orpheus Britannicus eine Ausnahmekomposition, die sich schon zu Lebzeiten des hochgeschätzten Komponisten höchster Beliebtheit erfreute.
Anita Giovanna Rosati, Carine Tinney – Sopran
Johanna Zachhuber – Mezzosopran
Jan Petryka – Tenor
Wolf Matthias Friedrich – Bass
Alison Luthmers, Aliona Kalechyts-Pietrowskaja – Violine
Hana Hobiger – Viola
Majella Münz – Cello
Eva Euwe – Violone
Jadran Duncumb – Theorbe
Johanna Soller – Cembalo, Orgel & Leitung