Stiftskirche St. Georgen/Längsee

SO, 13.09. | 19 Uhr

MEISTER ZWEIER WELTEN
Konzert 11
KONZERT 11

MEISTER ZWEIER WELTEN

Geistliche Musik von Henry Purcell und Johann Sebastian Bach

Dido von Karthago war nicht die einzige Königin, für die Henry Purcell (1659–1695) zur Feder griff, um sie in seiner Musik zu verewigen und der Nachwelt im Gedächtnis zu erhalten. Doch während Dido‘s Lament „When I am laid in earth“ aus ihrem eigenen Munde ertönt, ehe sie aus lauter Verzweiflung und unerfüllter Liebe freiwillig aus dem Leben scheidet, erklingt The funeral music for Queen Mary erst nach dem pockenbedingten Tod der Monarchin im Jahr 1694.

Auszüge daraus sind ebenso Teil dieses Programms wie Purcells Why do the heathen so furiously rage together (1682), basierend auf Psalm 2 der Bibel – Warum toben die Heiden. Darin begehren die Heiden und ihre Könige gegen Gott den Herrn und seinen Gesalbten, den Messias, auf. Doch ihr Verhalten kostet Gott nur einen Lacher – er bleibt souverän und spottet ihrer, um am Ende doch all jene zu segnen, die auf ihn vertrauen.

In diesem Frühwerk Purcells tritt auf eindrucksvolle Art und Weise dessen Meisterschaft in der Ausdeutung des Textes hervor, wenn beispielsweise „to rage“ (toben) oder „wrath“ (Zorn) musikalisch besonders treffend und überzeugend dargestellt werden.

Ein meisterhaftes Frühwerk eines anderen Komponisten bildet den Abschluss dieses Programms: Es ist Johann Sebastian Bachs (1685–1750) geistliche Kantate Nach dir, Herr, verlanget mich BWV 150, die vermutlich um 1706 während dessen Anstellung als Organist in Arnstadt entstand. Der Text zu dieser Kantate ist abermals dem Alten Testament entlehnt und basiert auf Psalm 25, der von Demut und dem Bewusstsein geprägt ist, wie sehr wir auf göttliche Führung angewiesen sind, um die Herausforderungen des Lebens zu meistern.

Auch wenn es sich bei BWV 150 um eine der frühesten Kantaten Bachs handelt, zeigt das Werk im Gesamtaufbau und in der Struktur der einzelnen Sätze doch bereits charakteristische Kompositionsmerkmale, die uns im Schaffen des späteren Thomaskantors immer wieder begegnen werden.

Carine Tinney – Sopran
Johanna Zachhuber – Mezzosopran
Jan Petryka – Tenor
Wolf Matthias Friedrich – Bass
Alison Luthmers, Daria Spiridonova – Violine
Hana Hobiger – Viola
Majella Münz – Cello
Eva Euwe – Violone
Jadran Duncumb – Theorbe
Johanna Soller – Cembalo, Orgel & Leitung